NachfolgerAkademie

GRUSSWORT DES ORGANISATIONSTEAMS

 

Liebe Nachfolger,

wenn unser diesjähriges Kongressthema „Eigentum verpflichtet“ nicht offensichtlich aus dem deutschen Grundgesetz entsprungen wäre, könnte man meinen, es ist eine der passendsten,  speziell für Nachfolger gewählten Wortkombinationen, die man sich vorstellen kann. Aus eurer Sicht handelt es sich hierbei um das Eigentum der Vorgeneration, das zu einem nicht unbedeutenden Teil auch euch verpflichtet oder verpflichten könnte. Diese Verpflichtung muss nicht ungewollt sein, allerdings ist sie zunächst ungewählt, denn ihr seid damit geboren worden. Wenn Verpflichtung von außen kommt, verursacht sie schnell ein Gefühl der Beklemmung, schließlich sind da, wo Verpflichtungen sind, auch immer Erwartungen: eigene, fremde, familiäre, unternehmerische und gesellschaftliche. Allen gerecht zu werden, lässt das Erbe so manches Mal mehr als Fluch denn als Segen erscheinen. Umso wichtiger ist es, sich als Nachfolger klar zu machen, welchen Raum man dem familiären Unternehmen geben möchte, und noch wichtiger, wie man diesen ausgestalten will. Denn Verpflichtung ist nur da eine Last, wo sie ungewollt und fremdbestimmt ist. Verpflichtung kann auch zu etwas werden, was erfüllend und bereichernd ist, wenn man sie aktiv annimmt, selbst gestaltet, ihr Kontur gibt, sie als Herausforderung und Anreiz sieht, aus eigenem Antrieb Sinnvolles zu tun.   

Wir wollen euch während der diesjährigen NachfolgerAkademie die Chance geben, an eurem Bezug und eurer Haltung zu dieser Verpflichtung zu arbeiten. Bereits das grundlegende Auseinandersetzen mit dem Thema Familienunternehmen kann der erste Schritt sein, also die Frage, ob man im familieneigenen Unternehmen tätig werden möchte, oder (zunächst) nicht. Daran schließen sich Fragen an wie etwa, welche Herausforderungen und Chancen sich in der Nachfolge eines Familienunternehmens ergeben; ob man sich für die  Nachfolge entscheidet und ob man überhaupt die nötige Eignung und Neigung mitbringt; wie man damit umgeht, wenn man selbst ein Unternehmen gründen und statt der nächsten lieber die erste Generation sein möchte;  und was passiert, wenn man ‚lediglich‘ Gesellschafterin oder Gesellschafter des Unternehmens werden/bleiben und ansonsten einen vollkommen anderen Berufsweg einschlagen möchte?

Weiterentwickelt haben wir die NachfolgerAkademie dahin gehend, dass wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Gruppen aufteilen möchten: erstens: junge und unentschlossene Nachfolger, zweitens: bereits operativ tätige Nachfolger und drittens: Nachfolger, die eine Rolle als Gesellschafter anstreben.

Ein weiteres neues Format ist der „Schwarzmarkt des Wissens“, der in persönlichen Gesprächen, zu persönlichen Fragestellung, der hohen Individualität der Thematik Verpflichtung und Erwartung gerecht werden wird. Hier werdet ihr Raum haben, alle eure persönlichen und individuellen Fragestellungen einzubringen.

Zuletzt werdet ihr am Samstag gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Hauptkongresses Workshops zum Thema Zukunft des Eigentums besuchen. Denn wessen Meinung und wessen Fragen wären hier wohl wichtiger als eure?

Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr die Eröffnung am Donnerstagabend, welche wir in lockerer Runde in der Lokalmanufaktur Dortmund bestreiten werden. Dort könnt ihr neue  Bekanntschaften machen und an bestehende anknüpfen.

Wir würden uns sehr freuen, euch bei der kommenden NachfolgerAkademie begrüßen zu dürfen.

 

Marius Lorenz, Lukas  Miggo, Kim Catalina Pöckler, Christian Scherpel und Laura Müller