Workshops

A

FR, 12.02.2016
12.00 bis 13.30 Uhr

Theorie und Praxis am Beispiel von GLOBUS

 

Die Legitimation von Eigentums- und Erbschaftsrecht wird vermehrt diskutiert. Wir möchten in diesem Workshop aus den üblichen Standpunkten der Diskussion ausbrechen und offen diskutieren, wie wir den Eigentumsbegriff unserer Familienunternehmen fit für die Zukunft machen, Innovationsfähigkeit erhöhen und eine unternehmerische Zukunft ermöglichen, in der ein neues Verwandtschaftsverständnis zum Tragen kommen könnte. Geschichtlich war Eigentum meist mit Verantwortung verbunden – Unternehmer und Eigentümer waren identisch. Mit der Industrialisierung und der zunehmenden Bedeutung von Kapital entstanden Kapitalmarktunternehmen, bei denen Verantwortung und Ausführung, Eigentum und Unternehmerschaft getrennt wurden. Sogar Familienunternehmen, ursprünglich Synonym für die Kopplung von Eigentümerschaft und Unternehmerschaft, entziehen sich diesem Trend der Entkopplung längst nicht immer. In der Zeit der Shareholder-ValueOrientierung wird Eigentum und Verantwortung/Unternehmertum oft entkoppelt – mit Folgen für die ganze Gesellschaft. Wie kann Eigentum wieder Verantwortungseigentum werden?

Unter anderem am Beispiel vom Unternehmen Globus und einem Netzwerk von Treuhandunternehmen (Purpose-Plattform) möchten wir mit Ihnen diskutieren, wie zukünftig Eigentum strukturiert sein könnte, um Innovationsfitness, Unternehmergeist und Mitarbeiteridentifikation zu erhalten und zu verstärken.

Globus ist ein Familienunternehmen in fünfter Generation mit rund 40.000 Mitarbeitern. Besonderheiten:

1. Über innovative Rechtstrukturen wurde sichergestellt, dass langfristig

Unternehmerschaft und Stimmrechteigentümerschaft gekoppelt sind und damit ein Familienunternehmen weiterleben kann, das ein neues Verwandtschaftsverständnis lebt: das der Fähigkeiten- und Werteverwandtschaft.

2. Eine dezentrale dialogischere Führungskultur – Mitarbeiter haben umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten und können unternehmerisch agieren.

 

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Thomas Bruch

Thomas Bruch führt in fünfter Generation das Familienunternehmen GLOBUS mit einer Tradition, die bis in das Jahr 1828 zurückreicht. GLOBUS betreibt 70 SB-Warenhäuser und über 100 Bau- und Elektromärkte in Deutschland, Russland, Tschechien und Luxemburg. Für GLOBUS arbeiten rund 40.000 Mitarbeiter, die einen jährlichen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro erwirtschaften. Vor über zehn Jahren hat Thomas Bruch bei Globus eine innovative Eigentumsstruktur umgesetzt, die sicherstellt, dass Unternehmerschaft und Eigentümerschaft gekoppelt bleiben und Fähigkeiten und Werte bei der Besetzung der Führung die entscheidende Rolle spielen.

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Armin Steuernagel

Serienunternehmer und u. a. Co-Gründer der Universnatur GmbH, der Damia GmbH, der AppStimmung gGmbH und der Purpose Stiftung; er gründete mit 16 Jahren seine erste Firma in der Versandhandelsbranche und später u. a. die Marke MOGLI (Biolebensmittel für Kinder). Schwerpunkt seiner Arbeit zurzeit ist es, eine neue Unternehmens- und Eigentumsform zu etablieren: Purpose-Unternehmen, für die Gewinn kein Selbstzweck ist, sondern Mittel, ihren Zweck/Sinn zu erfüllen, und bei denen Unternehmerschaft und Eigentümerschaft gekoppelt sind. Er studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft in Witten/Herdecke und Oxford.

Geld zerstört den Charakter, sagt der Volksmund! Doch wie vieles, was der Volksmund sagt, könnte das Unsinn sein … Sollte man nicht lieber fragen, ob der Charakter das Geld verdirbt?

An der Universität lernen wir, welche Funktionen Geld erfüllt: Es ist Tauschmittel, kann Werte aufbewahren und messen. Was man uns nicht erzählt, ist, dass Geld ein Fetisch sein kann. Geld ist nicht, was uns Gesetzgeber oder Regierungen vorschreiben, sondern Geld ist, was Menschen glauben, was Geld sei.

Geld kennt viele Aggregatzustände und immer dann, wenn es zu etwas wird, wozu es nicht gedacht war, entstehen Probleme. Geld als Entschädigung für Arbeitszeit galt lange als Mittel, um die Familie zu ernähren. Es heißt nicht umsonst „Broterwerb“, aber diese ganz konkrete und materiale Form hat das Geld längst hinter sich gelassen.

Geld wird zu einem Gradmesser für unseren Wert als Mensch und ersetzt sogar Anerkennung und Liebe. Kein Wunder, dass Menschen Dinge tun, die jedem kategorischen Imperativ widersprechen, um in den Besitz von noch mehr dieser wunderbaren Substanz zu gelangen.

Während der Conquista – der Eroberung Südamerikas durch die Spanier – fragte Montezuma, für den Gold keinen materiellen Wert hatte, Hernando Cortez, warum er sich so für dieses gelbe Metall interessiere. Cortez antwortete, dass die Spanier an einer Herzkrankheit litten, die nur mit Gold zu kurieren sei!

Lassen Sie uns diskutieren, ob wir inzwischen geheilt sind oder ob das Virus noch grassiert ….

 

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Rainer Voss

geboren 1959, studierte nach humanistischem Gymnasium und Banklehre an der Universität zu Köln Volkswirtschaftslehre; von 1986 bis 2008 war er in unterschiedlichen Leitungsfunktionen bei verschiedenen europäischen Investmentbanken tätig. Sein Tätigkeitsbereich lag dabei vor allem auf dem Gebiet der institutionellen Platzierung und dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren. Von 2012 bis 2013 drehte er mit dem bekannten Filmemacher Marc Bauder einen Dokumentarfilm namens „Master of the Universe“, der anhand der Vita von Rainer Voss die Entfremdung eines Individuums durch die Arbeit in einem moralfreien System thematisiert. Der Film gewann 2013 den Kritikerpreis beim Festival in Locarno und den Europäischen Filmpreis in der Kategorie „Dokumentation“ im Jahr 2014. Rainer Voss ist heute Privatier und lebt in Frankfurt.

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Dr. Martin Peter Hüttermann

Nach Jurastudium, Promotion in den USA und zweitem Examen arbeitete er als Vorstandsassistent bei Gruner+Jahr. Dann war er Rechtsanwalt bei Baker & McKenzie und führte später zwei internationale Familienunternehmen. Heute ist er Partner von Ebner Stolz mit dem Schwerpunkt M&A.

Im Jahr 2009 erhielt mit Elinor Ostrom (1933–2012) zum ersten Mal eine Frau den sogenannten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft. Ebenso ungewöhnlich war ihr Forschungsbereich: In Feldstudien ging sie der Frage nach, wie gemeinsames Eigentum vor einer Übernutzung durch seine Eigentümer geschützt werden kann. Anders formuliert: Kann die bekannte Tragik von Gemeingütern, auf die schon Aristoteles hingewiesen hatte, überwundenen oder verhindert werden?

Die Antwort von Elinor Ostrom lautet: Ja, denn die Eigentümer selbst finden oft gute Spielregeln für die gemeinsame Nutzung – weil sie ein großes Interesse an einer langen und stabilen Nutzung haben. Ein wichtiger Faktor, der sich in Ostroms Studien zeigte, ist die Stabilität bei der Zusammensetzung der Eigentümer (und Nutzer) des Gemeineigentums.

Nun lässt sich diese Forschungsperspektive nicht nur für die Analyse von regionalen oder globalen Problemen nutzen, wie etwa die Überfischung der Meere und die Übernutzung der Umwelt durch CO2-Emissionen. Sie lässt sich auch auf das gemeinsame Eigentum von Familien übertragen. Der Workshop ist also auf der Ebene der Gesellschaft angelegt – mit Bezug zur Unternehmensebene.

Einige der Fragen, die daher im Workshop diskutiert werden sollen, lauten: Welche Relevanz hat die Theorie der Gemeingüter in der unternehmerischen Praxis? Und welche Fragestellungen aus der Theorie sind für eine Gütergemeinschaft wie ein Familienunternehmen relevant? Können (Unternehmer)Familien aus den empirischen Ergebnissen der Gemeingüterforschung lernen?

Neben diesen Fragen ist auch eine Diskussion auf der Metaebene (z. B. Klimapolitik) erwünscht und vorgesehen.

 

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Prof. Dr. Dirk Sauerland

ist Volkswirt und seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Institutionenökonomik und Gesundheitspolitik an der Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Ordnungspolitik, Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft und Gesundheitspolitik in Deutschland. Er ist Mitverfasser des deutschsprachigen Grundlagenwerks zur (Neuen) Institutionenökonomik.

Wie lassen sich Eigentum und Genügsamkeit miteinander verbinden? Ist durch unternehmerisches Engagement geschaffenes Eigentum überhaupt erst die Voraussetzung für neue Formen von Wohlstand oder behindert es diese Formen gerade? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Familienunternehmer und ihre Erben? Der Workshop beleuchtet diese Fragen. Er führt in die Diskussion zur Genügsamkeit/zum guten Leben ein und spricht mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anhand von aktuellen und historischen Beispielen (u. a. Eduard von der Heydt) über den Zusammenhang von Eigentum und Genügsamkeit.

Der Workshop wird geleitet von Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, und Aufsichtsratsvorsitzender der Universität Witten/Herdecke. Zusammen mit Angelika Zahrnt verfasste er 2013 das Buch „Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik“. Der Workshop wird von Jürgen Schmidt geleitet, Gründer der memo AG, des führenden ökologischen Büroartikelversenders, der heute als Partner des Terra Institutes und „Sustainable Business Angel“ Start-ups und mittelständische Unternehmen begleitet.

 

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Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, seit 2010 Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH; darüber hinaus ist er Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal.
Er ist Mitglied in unterschiedlichen wissenschaftlichen und politischen Gremien, u. a. Mitglied des Club of Rome, des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sowie der Enquete-Kommission des Bundestags „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ (2011-2013).

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Jürgen Schmidt

Gründer memo AG und deutscher Umweltpreisträger; nach über 20 Jahren als Geschäftsführer und Vorstandssprecher der memo AG, eines mehrfach für sein ganzheitlich nachhaltiges Geschäftskonzept ausgezeichneten Versandhauses, engagiert sich Jürgen Schmidt heute ehrenamtlich im Naturschutz und in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Als Partner des Terra Institutes berät er Unternehmen zu zukunftsfähigen Geschäftsstrategien und Managementstrukturen.

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Prof. Dr. Angelika Zahrnt

Ehrenvorsitzende BUND, ist Volkswirtin und Systemanalytikerin; nach Tätigkeiten an der Universität, bei Siemens und in der Hessischen Staatskanzlei von 1968 bis 1977 ehrenamtlich und freiberuflich tätig; von 1990 bis 1998 stellvertretende Vorsitzende, von 1998 bis 2007 Vorsitzende des BUND; seit Beginn an (2001) bis 2013 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung; Mitglied u. a. im Wissenschaftlichen Beirat von oecom research und im Anlageausschuss von Ökovision; Fellow am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)

Sacheigentum ist – zusammen mit der Vertragsfreiheit – eine der beiden zentralen Säulen des Privatrechts. Seitdem sich das Wirtschaftsgeschehen zunehmend in Netzwerken abspielt, müssen allerdings neue Formen zur Regelung des Zugriffs auf Ressourcen und Güter gefunden werden.

Das begann schon mit den elektrischen Netzen der Energieversorgung im 19. Jahrhundert und wird nun im 21. Jahrhundert durch die elektronischen Netze und die Möglichkeit der unbegrenzten Vervielfältigung von Information zu einem umso dringlicheren Problem. Mit einer Erweiterung des Sacheigentums über das Konzept des „geistigen Eigentums“ lässt sich kaum mehr klären, wem welche Zugriffs- und Abwehrrechte beim kollaborativen Erstellen von Immaterialgütern und beim Einspeisen in das Internet zugesprochen werden sollen. Dieser Umbruch ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern für die globale Gesamtgesellschaft so folgenreich, dass durchaus von einem neuen, nächsten Zeitalter die Rede sein kann.

Im Workshop wird erst diese Problemlage analysiert und einige der aktuellen Lösungsansätze werden vorgestellt. Dann sollen die Teilnehmer ihre praktischen Erfahrungen damit einbringen. Prognosen zur weiteren Entwicklung des Schutzes von Produktions- und Konsumptionsprozessen in Strom- und Datennetzen werden gemeinsam diskutiert.

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Prof. Dr. Michael Hutter

ist Professor Emeritus am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und an der TU Berlin; 2008 bis 2014 Direktor der Forschungsabteilung „Kulturelle Quellen von Neuheit“ am WZB; 1987 bis 2007 Lehrstuhl für Theorie der Wirtschaft und ihrer Umwelt an der Universität Witten/Herdecke; Bücher: „Neue Medienökonomik“, 2006; „Ernste Spiele. Geschichten vom Aufstieg des ästhetischen Kapitalismus“, 2015

Eigentümerschaft wird häufig von ihrer materiellen Seite verstanden – von dem Recht, Eigentum zu gebrauchen und die Erträge zu ernten, aber auch von der Pflicht, verantwortungsvoll zu haushalten. Doch wir wissen wenig darüber, was Eigentümerschaft eigentlich persönlich bedeutet. Denn gerade die immaterielle Seite übt oft einen starken Einfluss auf die Identität und den Lebensweg der Beteiligten aus. Es stellen sich Fragen, wie etwa:

  • Was bedeutet Eigentum für mich? Wie sehr bestimme ich selbst über mich, wie sehr lasse ich mich vom Eigentum führen und bestimmen?
  • Welche Rolle spielt Eigentum bzw. welche hat es gespielt, als es da-rum ging, den eigenen Weg ins Leben zu finden?
  • Erlebe ich Eigentum eher als Glück und Freude oder eher als Belastung und Verantwortung, vielleicht sogar als beides?
  • Wie sehr unterstützt oder behindert die Tatsache, Eigentümer zu sein, meine Möglichkeiten, Erfüllung und Selbstbestätigung in meinem Leben zu finden?
  • Wie beeinflusst Eigentum meine Beziehungen zu anderen Menschen? Wann bin ich gemeint, wann mein Status, mein Name, mein Wohlstand?

Die Antworten auf diese Fragen wirken sich auf den Lebensweg aus. Einer mag leben, als ob es Eigentum gar nicht gäbe, ein anderer mag die Möglichkeiten gern genießen, die sich bieten. Einer empfindet es als Verantwortung, der andere als Bürde oder gar Fluch. Das Bewusstsein, Eigentümer zu sein, kann dazu führen, dass man sich im Unternehmen engagiert, sich ganz vom Unternehmen abwendet oder sich verpflichtet fühlt, eine Nachfolge vorzubereiten, obwohl die eigenen Neigungen in eine andere Richtung gehen. All diese Aspekte treten mit dem Eigentum in das Leben der Betroffenen. Der Umgang damit mag bei verschiedenen Personen sehr unterschiedlich sein, doch eine Position dazu muss jeder finden. Der Workshop soll ausgehend von ersten Ergebnissen eines gemeinsamen Forschungsprojekts „Eigentümerschaft im Familienunternehmen“ zwischen dem WIFU und der Jönköping International Business School in Schweden die Thematik beleuchten und zu den o. a. Fragen eine Diskussion anregen.

 

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Prof. Dr. phil. Arist v. Schlippe

ist Systemischer Familientherapeut und Inhaber des Lehrstuhls „Führung und Dynamik von Familienunternehmen“ an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Davor war er 23 Jahre im Fachgebiet Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Osnabrück tätig. Derzeit ist Arist v. Schlippe akademischer Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU).

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Prof. Dr. Markus Plate

ist Diplom-Psychologe und Assistant Professor am Center for Family Enterprise and Ownership, Jönköping International Business School, Schweden; Promotion am WIFU bei Prof. Dr. Arist von Schlippe; Interessensschwerpunkte sind Beziehungen, Identität und Emotionen in der Unternehmerfamilie, sowie Achtsamkeit (Mindfulness) und Kommunikation.

In Unternehmerfamilien wird das Eigentum am Familienunternehmen oftmals als „transgenerationales Erbe“ angesehen. Die aktuelle Generation, die es von den Vorgängern empfangen hat, hält es als „Treuhänder“, verbunden mit der Aufgabe, es an die Nachkommen weiterzugeben. Oftmals wird dieses Denken aber nicht von allen Gesellschaftern geteilt, Investorenidentitäten bilden sich heraus, wachsende Ausschüttungswünsche oder Verkaufsideen werden zu strittigen Themen in der Familie.

Die Einbringung des Familienunternehmens in eine Familienstiftung bietet Möglichkeiten, einer Zersplitterung oder Veräußerung der Anteile entgegenzuwirken. Wie verhält es sich aber bei einer gemeinnützigen Stiftung?

Anhand der Entwicklungsgeschichte von Firma und Familie Jacobs werden von den Referenten verschiedene gesellschafter- und familienstrategische Überlegungen beleuchtet. Für die Workshopteilnehmer bietet sich die Gelegenheit, Einblicke in die Überlegungen und familieninternen Diskussionen im Umfeld einer Übertragung des Familienvermögens in eine gemeinnützige Stiftung zu gewinnen.

 

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Dr. Johann Christian Jacobs

ist Unternehmer und hat eine Karriere als M&A-Partner in einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei gemacht. Er hat für seine Familie das Geschäft der Jacobs Holding auf das Schokoladengeschäft (Barry Callebaut) fokussiert, früher ergänzt durch Adecco und Infront Sports & Media. Über zehn Jahre hat er die Jacobs Foundation, die alle finanziellen Rechte an den Geschäften der Jacobs Holding hält, aufgebaut und zu einem namhaften Akteur entwickelt. Heute ist Dr. Jacobs als Berater von Familienunternehmen und Investor tätig, mit Investments z. B. in den Weltmarktführer in Kaffee-
mühlen, sowie in der aus dem Zusammenschluss von Jacobs und Douwe Egberts entstandenen Jacobs Douwe Egberts B.V.

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Prof. Dr. Tom A. Rüsen

ist Geschäftsführender Direktor des Wittener Institutes für Familienunternehmen (WIFU) der Privaten Universität Witten/Herdecke. Gleichzeitig leitet er die gemeinnützige WIFU-Stiftung als geschäftsführender Vorstand. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie seiner Publikationen beinhalten die Untersuchung von Konflikt- und Krisendynamiken, des strukturellen Risikos von Familienunternehmen, Programme zur Entwicklung von Gesellschafterkompetenz, Mentaler Modelle in Unternehmerfamilien sowie von Familienstrategien und deren generationsübergreifender Evolution. Er begleitet und unterstützt zudem Familienunternehmen und Unternehmerfamilien bei der Entwicklung praxisnaher Lösungskonzepte im Rahmen von Nachfolgeprozessen, Konflikt- und Krisensituationen sowie bei der Entwicklung von Familienstrategien und der Implementierung von Familienmanagement-Systemen.

Gerechtigkeit ist in Familien ein wichtiges und gleichzeitig auch ein heikles Thema. In emotional sehr nahen Beziehungen bilden sich stets ganz eigene Gerechtigkeitsvorstellungen heraus, die in Familien oft über Generationen hinweg tradiert werden und die die wechselseitigen Erwartungen entweder harmonisch ausbalancieren oder auch zu schwerwiegenden Enttäuschungen führen können. Wir alle pflegen unsere ganz speziellen „Beziehungskonten“ in unseren Familien und achten sensibel über längere Zeiträume hinweg auf gerechte Formen des wechselseitigen „Ausgleichs“ dieser inneren Konten. Das Vererben wie das Erben ist im Lebenszyklus von Familien fast immer eine Phase, in der diese typisch familialen Gerechtigkeitsvorstellungen besonders in Wirksamkeit kommen.

In Unternehmerfamilien ist dieser Vermögensübergang oft zusätzlich mit dem berechtigten Anspruch verbunden, eine Lösung zu finden, die die Fortführung des Unternehmens in der nächsten Generation erfolgreich unterstützt. Hier können also familieninterne Gerechtigkeitsprinzipien und ganz bestimmte Glaubenssätze die Führbarkeit des Unternehmens betreffend hart aufeinanderprallen. Wie so oft im Leben gibt es hier kein Richtig oder Falsch. Deshalb werden im Workshop zwei Unternehmen und ihre Familien vorgestellt, die erst kürzlich sehr unterschiedliche Lösungswege zu dieser Frage beschritten haben. Diese Fallbeispiele sollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dazu ermutigen, ihre eigenen Sichtweisen und Praktiken zu reflektieren und in die Diskussion mit einzubringen.

 

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Nikodemus Colloredo-Mannsfeld

geboren in Sierndorf in Österreich 1969, 35 km nordwestlich von Wien, Studium in „Agriculture and Land Management“ in England; bei Nestlé hatte ich während 14 Jahren die Möglichkeit, in einem internationalen Umfeld in Marketing, Verkauf und General Management zu arbeiten. Seit 2012 habe ich den in unserer Familie befindlichen Guts- und Forstbetrieb in der achten Generation übernommen.

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Philipp Halbach

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre verantwortete Philipp Halbach verschiedene Vertriebs- und Organisationsprojekte innerhalb der Halbach Unternehmensgruppe, bevor er im Jahr 2007 in die Geschäftsführung eines Tochterunternehmens eintrat. Seit 2011 leitet er das Familienunternehmen in sechster Generation. Diagramm Halbach ist ein international tätiger Spezialist für Print- und Zubehörprodukte in den Bereichen Healthcare, Ticketing und Sicherheitsdruck.

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Prof. Dr. Rudolf Wimmer

apl. Professor am Wittener Institut für Familienunternehmen; Prof. Dr. Rudolf Wimmer ist Gründungsprofessor des Instituts und seit 2012 Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke. Seit 1988 ist er Mitbegründer der osb, Gesellschaft für systemische Organisationsberatung, und Partner der osb international AG. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat diverser Familienunternehmen und Autor zahlreicher Publikationen zu Fragen von Management und Führung sowie der Strategie- und Organisationsentwicklung.

Es ist in der Beschreibung des Selbstverständnisses von Familienunternehmen ein bekanntes Motiv, dass sich die Gesellschafter mehr als Treuhänder denn als individuelle Eigentümer des Unternehmens verstehen. Im Zentrum steht dabei der Erhalt der Selbstständigkeit des Unternehmens. Ihm gilt es zu dienen. Die auf den Erhalt der Selbstständigkeit zielenden Einschränkungen von Inhaberrechten werden im treuhändischen Selbstverständnis als plausibel und kohärent erfahren.

Doch warum soll die Selbstständigkeit eines Unternehmens überhaupt erhalten werden? Sicherlich, der individuelle Wunsch, dass das eigene unternehmerische Werk oder das familiäre Erbe fortbestehen möge, ist leicht nachzuvollziehen. Und solange ein Unternehmen als Familienunternehmen weiterexistieren soll, muss es als selbstständige Organisationseinheit in den Händen der Familie bewahrt werden. Doch sind der individuelle Wunsch und der Familienzusammenhang nicht die einzigen Motive, vor deren Hintergrund der Erhalt der Selbstständigkeit als oberster Wert und damit das treuhändische Selbstverständnis verständlich gemacht werden können. Es gibt auch einen gesellschaftlichen Begründungszusammenhang.

Mindestens aus drei Gründen lohnt sich eine Auseinandersetzung auch mit dieser über die individuelle und familiäre Ebene hinausgehenden Fundierung des Erhalts der Selbstständigkeit als oberstem Wert des unternehmerischen Selbstverständnisses. Erstens trägt sie zu einem tieferen Verständnis der Existenzbedingungen von Unternehmen bei. Zweitens kann dieser Zusammenhang bei der Integration familienexterner Unternehmer hilfreich sein. Und drittens eröffnet sich der Blick auf eine wertverwandte Regelung der unternehmerischen Nachfolge, falls diese, aus welchen Gründen auch immer, im Rahmen der Familie infrage gestellt ist.

Zusammen mit Ihnen werden wir im Workshop die grundlegenden Aspekte des treuhändischen Eigentums- und Unternehmensverständnisses erarbeiten und diskutieren. Wir freuen uns darauf.

 

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Erich Colsman

war geschäftsführender Gesellschafter des seit 1829 familiengeführten Textilunternehmens Barthels-Feldhoff; übernahm verschiedene Aufgaben in Wirtschaftsverbänden, u. a. mit dem Schwerpunkt Ausbildung; ist treuhändischer Gesellschafter von Barthels-Feldhoff, Gesellschafter von Pfeifer & Langen und übernimmt Beiratstätigkeiten in Familienunternehmen; engagiert sich durch ehrenamtliche Mitarbeit in Projekten der alternativen Landwirtschaft, des freien Schulwesens, des Gesundheitswesens und im kirchlichen Bereich.

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Dr. Till Wagner

studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke; war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophie der Universität St.Gallen; promovierte dort im Fach Philosophie; ist Geschäftsführer der GTREU – Gesellschaft treuhändischer Unternehmen.

Viele Familienunternehmen streben an, was Adelsfamilien seit Jahrhunderten gelungen ist: das Zusammenhalten und Weitergeben des Eigentums innerhalb einer Familie bzw. eines Familienstammes. Adelsfamilien sind in vielerlei Hinsicht Vorreiter in Fragen der Familienstrategie. Über Generationen haben sich Selbstverständlichkeiten herausgebildet, die für die Familienmitglieder wichtige Stützen sind in der Frage, wer die Nachfolge antritt, welche Rechte und Pflichten mit der Nachfolge verbunden sind, was die Aufgaben eines Familienvorstands sind, wie der gesamte Familienstamm zusammengehalten werden kann etc.

Im Workshop geben die Vertreter zweier Generationen der Familie Croÿ Einblicke in die Historie der Familie wie auch in die Praxis des „Familienmanagements“. Torsten Groth vergleicht die dort gefundenen und praktizierten Regelungen mit den Erfolgsmustern von Mehrgenerationen-Familienunternehmen.

 

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Torsten Groth

ist Dozent am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Universität Witten/Herdecke und selbstständiger Organisationsberater. Forschungs- und Beratungsschwerpunkte sind: Langlebigkeit von Familienunternehmen, Familienstrategie und Nachfolgemanagement. Groth berät Familienunternehmen und Unternehmerfamilien in Führungs- und Organisationsfragen; zahlreiche Veröffentlichungen zu den Besonderheiten von Familienunternehmen.

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Rudolph Herzog von Croÿ

hat nach einer Banklehre und dem Studium in verschiedenen Ländern und Sektoren gearbeitet, bevor er anfing, seinen Vater im heimischen Familienunternehmen zu unterstützen und über die Jahre die Leitung zu übernehmen. Nach dem Tode seines Vaters 2011 ist er der Familienchef.

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Carl-Philipp von Croÿ

absolvierte den Family Business Management Master in Witten, nach seinem Bachelor in International Business in Brüssel. Momentan arbeitet er in London als rechte Hand von Edmund Truell, einem Private Equity Investor, Entrepreneur und Financier. Nebenbei wächst er langsam in seine Rolle als Nachfolger seines Vaters.

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Marc-Emanuel von Croÿ

absolvierte seinen Bachelor in „International Business Studies“ an einer Universität in Brüssel. Momentan befindet er sich im M.Sc.-Programm „Family Business Management“ an der Universität Witten/Herdecke. Parallel zum Studium arbeitet er in Teilzeit bei einem mittelständischen Hightechunternehmen, in dem er für Marketing zuständig ist.

Den Urkommunismus, von dem noch Marx und Engels schwärmten, hat es sicher nie gegeben. Doch kennen viele indigene Gesellschaften die Institution des Kollektiveigentums. Es ist nicht weniger sakrosankt als das bei uns durch zahlreiche Rechtsvorschriften geschützte Privateigentum, gehört aber den Mitgliedern einer Verwandtschaftsgruppe, die sich entweder auf einen gemeinsamen mütterlichen oder väterlichen Ahnen zurückbeziehen. Die Verwaltung des Kollektiveigentums und die Distribution der gemeinsam erwirtschafteten Produkte erfolgt meist in gerontokratischer Form durch die Gruppenältesten unter Beachtung zahlreicher ritueller Vorschriften. Im ersten Teil des Workshops sollen die für den Umgang mit Kollektiveigentum charakteristischen Regularien an ethnografischen Beispielen dargestellt werden.

Im zweiten Teil wird auf einige aktuelle Fragen eingegangen werden, die sich in den letzten Jahren aus der – zum Teil durch die UN unterstützten – erfolgreichen Patentierung bestimmter Symbole, Kunststile und anderer kultureller Hervorbringungen herauskristallisiert haben, die von einzelnen indigenen Gruppen als deren Kollektiveigentum angesehen werden.

 

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Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl

geboren 1948 in Fürth/Bayern; Studium der Religionswissenschaft, Ethnologie, Geschichte und Philosophie in Erlangen und Berlin; seit 1975 verschiedene ethnografische Forschungsaufenthalte in Ost-Indonesien, Neuguinea und Nigeria; Promotion (1980) und Habilitation (1986) an der Freien Universität Berlin; von 1988 bis 1996 Professor für Ethnologie an der Universität Mainz; von 1996 bis 2014 Inhaber des Lehrstuhls für Kultur- und Völkerkunde an der Goethe-Universität Frankfurt a. M.; 2001/2 Theodor-Heuss-Professor an der New School for Social Research, New York; seit 2006 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; Direktor des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität Frankfurt; veröffentlichte u. a.: Die Macht der Dinge. Geschichte und Theorie sakraler Objekte, München 2003; (Ed.) The End of Anthropology? Oxford 2011; (Hrsg.), Der Kaiser und sein Forscher. Der Briefwechsel zwischen Wilhelm II. und Leo Frobenius (1924–1928), Stuttgart 2012.

Die Institution des (Privat-)Eigentums gehört zu den fundamentalen Grundlagen einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung und ist gerade für Familienunternehmen wichtig. Indes beruht diese Institution auf dem Vertrauen der Gesellschaft, dass das Eigentum verantwortlich genutzt wird. Gerade Familienunternehmen wird dieses Vertrauen oft in höherem Maße als anderen Unternehmen entgegengebracht. Doch sehen sich auch diese Unternehmen heute globalem Wettbewerbsdruck und anderen Herausforderungen ausgesetzt, die zu Konflikten führen und die Vertrauenswürdigkeit auf die Probe stellen.

In diesem Zusammenhang liegt die Herausforderung weniger darin, ab-
strakt die Bedeutung von Vertrauen festzustellen, sondern vielmehr in der Frage, wie im unternehmerischen Alltag mit seinen Konflikten Vertrauen bewahrt werden kann, in einer Weise, die sowohl verantwortlich ist, als auch der Forderung der Erfolgsorientierung gerecht wird.

Im Rahmen des Workshops wird es darum gehen, ein besseres Verständnis des „Vermögenswerts“ Vertrauen zu gewinnen und daraus Strategien herzuleiten, wie man in diesen Vermögenswert vernünftig investieren kann.

 

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Prof. Dr. Andreas Suchanek

ist Inhaber des Dr. Werner Jackstädt-Stiftungslehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der HHL Leipzig Graduate School of Management und Vorstandsvorsitzender der Stiftung des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik e. V. Er ist Mitglied des CSR-Forums der Bundesregierung und forscht u. a. zu Themen der Wirtschafts- und Unternehmensethik und dem Vertrauensmanagement.

Ein Blick zurück in die Ökonomie- und Sozialgeschichte zeigt, dass die Eigentumsfrage und ihre Problematisierung mit dem Beginn der bürgerlichen Gesellschaft im 17. und 18. Jahrhundert entstand. Etwas später erst, im 19. Jahrhundert, folgt eine Entwicklung des Verantwortungsbegriffes, der sich deutlich auf die komplexer werdenden Fragen der industriellen Produktion und der wirtschaftlichen wie politischen Dynamiken bezieht. Die von da an untrennbare Verschlingung von Eigentum und Verantwortung präsentiert einen eigenartigen Befund: Eigentum forciert und vergrößert die verantwortliche Zuständigkeit des Individuums.

Gemeinsam mit den Teilnehmern wird in diesem Workshop der Frage nachgegangen, warum Eigentum und Verantwortung so eng verknüpft sind, wie es dazu kam und auch wozu dies in unserer Gesellschaft unternehmerisch führt, geführt hat und führen wird.

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Priv. Doz. Dr. Alfred Hirsch

lehrt Philosophie an der Universität Witten/Herdecke und ist Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen. Er hat Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft in Münster, Hamburg, Paris und Bochum studiert und ist Forschungsstipendiat an der New York State University. Prof. Dr. Alfred Hirsch lehrte an der Université Paris Sorbonne/IV, RWTH Aachen und der Universität Duisburg-Essen.

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FR, 12.02.2016
14.30 bis 16.30 Uhr

Wer weiß was? Wer kann mir helfen? Ich habe da mal eine Frage! – Kongresse sind immer auch Orte des Austausches, Orte, an denen nicht nur ein zufälliges Kennenlernen stattfinden kann, es kommt auch zu mehr oder weniger geplanten Expertenbefragungen am Kaffeetisch. Zuweilen ist es aber auch so, dass der Zufall nicht die richtigen Fragensteller und Antwortgeber zusammenführen konnte, Kongressteilnehmer nehmen die Fragen wieder mit nach Hause. Vor allem Nachfolger und Hauptkongressteilnehmer konnten bislang längst nicht genug in den Austausch kommen. Ergreifen Sie in diesem Jahr Ihre Chance und treten Sie mit der Next Generation in einem neuen Format in den Dialog.

Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen, wird der „Schwarzmarkt des Wissens“ eingerichtet. Dies ist ein bewährtes Format, in dem man sich seine „Ratgeber“ auf Zeit buchen kann. Für mehrere kurze Austauschrunden steht eine Vielzahl an Experten (Referenten des Kongresses, erfahrene Familienunternehmerinnen und -unternehmer, Familienunternehmensforscher) den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops zur Verfügung: Man bucht sich seinen Experten auf Zeit. In kleiner, intimer Runde kann gefragt werden, was gegebenenfalls in großen Runden nicht Platz hätte. Es folgt ein hoffentlich erkenntnisreicher Austausch, dann folgt der Gong und die nächste Runde beginnt …

 

Moderator:

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Torsten Groth

ist Dozent am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der UW/H und Experte für Langlebigkeit von Familienunternehmen, Familienstrategie und Nachfolgemanagement. Außerdem ist er selbstständiger Organisationsberater.

Zahlreiche Experten erwarten Sie,
unter anderem:

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Florian Rehm

ist die fünfte Generation der Unternehmerfamilie Mast und deren Sprecher. Experte für Gesellschafterfragen, traditionsreiche und zugleich zukunftsfähige Unternehmensstrategien, familiäre Nachfolgefragen.

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Dr. Kirsten Schubert

begleitete als Geschäftsführerin der elterlichen Schubert Unternehmensgruppe die Integration in die Wisag. Sie ist Expertin für Fragen rund um Nachfolge und im Besondern für Testamentsvollstreckung.

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Thomas Bruch

führt in fünfter Generation das Familienunternehmen GLOBUS. Experte für innovative Eigentums- und Führungsstrukturen, Verknüpfung von Unternehmerschaft und Eigentümerschaft und Mitarbeiterbeteiligung.

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Armin Steuernagel

ist Serienunternehmer und u. a. Co-Gründer der Universnatur GmbH, der Damia GmbH und der Purpose Stiftung; Experte für Unternehmertum (erste Gründung mit 16 Jahren), Unternehmens- und Eigentumsformen, Purpose-Unternehmen

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Prof. Dr. phil.
Arist v. Schlippe

ist systemischer Familientherapeut und Inhaber des Lehrstuhls Führung und Dynamik von Familienunternehmen an der privaten Universität Witten/Herdecke.

Leiden Sie manchmal unter der Verantwortung des Eigentümers, die Sie nicht den andern überlassen können, ohne Ihr Eigentum zu gefährden?

Max Frisch, Fragebogen

Zwischen „Mein“ und „Dein“ ist der Unterschied nicht leicht zu ziehen. Und doch legen wir darauf absoluten Wert, seitdem wir im Sandkasten die eigenen Förmchen verteidigt haben. Was dem einen gehört, soll dem anderen nicht ohne Weiteres zur Verfügung stehen. Privateigentum bezeichnet ein ausschließendes Verhältnis anderen gegenüber, das sich an Sachen orientiert. Der Staat soll es schützen, weil es ihn begründet als eine moderne, politische Organisation von Freiheitsrechten. Nun ist Freiheit aber vielleicht nur ein anderer Name dafür, dass wir verantwortlich heißen. Lässt sich also mit Fug folgern, dass das Eigentum anderen zugleich zugutekommen soll? Das Gemeinwohl, das in der Verfassung als Facette des Eigentums vorgestellt wird, berechtigt den Staat zur legalen Enteignung: Er erhebt Steuern. Aber verpflichtet es über den juristischen Zwang hinaus auch sozial oder gar moralisch? Wem gegenüber ist der Eigentümer verantwortlich? Gibt es eine ausgezeichnete unternehmerische Verpflichtung? Welche Formen könnte sie haben? Und müsste sie nicht in einer Zeit, in der der Zugang zu einer Sache über deren Besitz gestellt wird, als Pflicht zum Eigentum formuliert werden? (Familien-)Unternehmen riskieren erhebliche Teile ihres Eigentums für den Gewinn, aber auch für Arbeitsplätze, deren gesellschaftliche Bedeutung in Krisenzeiten gern erwähnt wird. Gibt es also eine doppelte Pflicht: die des Eigentümers, aber eben auch die des Staates, Eigentum zu fördern? Der Workshop versucht, die Frage nach dem Eigentum als eine unternehmensstrategische Aufgabe zu entwickeln, an deren Ende die eine Einsicht steht: Nicht ist entscheidend, was einer hat oder nicht hat; aber welches Verhältnis er dazu hat, dass er besitzt, das ist wesentlich.

 

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Prof. Dr. Jürgen Werner

lehrt an der Privaten Universität Witten/Herdecke Philosophie und Rhetorik. Außerdem ist er Inhaber des Frankfurter Instituts „tertium datur“ und arbeitet dort als Manager- und Strategieberater. Von 1984 bis 1998 war er Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, zunächst im Sport, später im F.A.Z.-Magazin. Noch heute entwickelt er Zeitungs- und Zeitschriftenkonzepte, auch für Unternehmen, und schreibt, vor allem Essays zu Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft, oder publiziert Bücher, wie das über die Sieben Todsünden oder das jüngst erschienene Alphabet des Lebens: „Tagesrationen“. Mehr unter www.juergen-werner.com

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Prof. Dr. Bolko v. Oetinger

hat zahlreiche Artikel und Bücher zum Thema Strategie und Innovation verfasst. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin, promovierte bei Arnulf Baring und erwarb einen MBA in Stanford. 1974 gehörte er zu den Mitgründern der Boston Consulting Group in Deutschland und blieb für das Unternehmen bis 2008 in unterschiedlichen internationalen Leitungsfunktionen tätig. 1998 gründete er das BCG Strategieinstitut. An der WHU in Koblenz-Vallendar unterrichtet er seit 1998 Strategisches Management. Seit 2010 leitet er als Vorsitzender das Kuratorium der Eberhard von Kuenheim Stiftung (BMW Group).

In diesem Workshop gehe ich auf die unterschiedlichen Perspektiven und Überlegungen ein, die rund um Entscheidungsfindung des Verkaufs eines kleinen mittelständischen Familienunternehmens eine Rolle spielen.

Ausgangspunkt ist der Entschluss – das Warum –, das eigene Unternehmen zu verkaufen.

Die wesentlichen Überlegungen :

  • Strategische Zukunftsperspektive der Firma
    • das Unternehmen mit seiner Marke, seinen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten,
    • der Wettbewerb und Markt
    • finanzielle Überlegungen
  • persönliche Lebensplanung, Nachfolge und Emotionen
  • Suche nach dem geeigneten Partner
    • Brautschau: strategischer oder Finanzinvestor?
    • Was geschieht, wenn kein Partner gefunden wird?
  • Verkauf und Ausscheiden
    • Was dann?

Ich werde die kleine Impulspräsentation sehr persönlich aus meiner gelebten Erfahrung, des Verkaufs des traditionsreichen Unternehmens Käthe Kruse Puppen, gestalten.

 

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Andrea Kathrin Christenson

ehemalige geschäftsführende Gesellschafterin Käthe Kruse Puppen GmbH; gemeinsam mit ihrem Mann hat Frau Christenson 1990 die traditionsreiche Puppenmanufaktur Käthe Kruse von der Familie Kruse erworben. Das Unternehmen wurde von einem traditionellen Handwerksbetrieb in ein international tätiges Spielwarenunternehmen im Premium Segment durch Neupositionierung der Marke Käthe Kruse transformiert. Davor war Frau Christenson sieben Jahre als Berater bei der Strategieberatung Boston Consulting Group tätig. Sie hat einen MBA der IESE Business School erworben und in Wien an der WU BWL studiert.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein alternatives Wirtschaftssystem, das auf Grundwerten wie Vertrauen, Wertschätzung, Kooperation und Solidarität beruht. Sie baut nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz, sondern auf Gemeinwohl-Streben und Kooperation. Die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich in diesem Sinne als Impulsgeber und Initiator für weitreichende wirtschaftliche Veränderungen. In den fünf Jahren ihres Bestehens reicht die Bewegung bereits von Finnland bis Patagonien und hat zahlreiche größere und kleinere Unternehmen, Sozialorganisationen und Kommunen erfasst und begeistert.

Die Gemeinwohl-Ökonomie hat gesellschaftliche Werte im Fokus, die oft auch im Mittelpunkt des Handelns zahlreicher familiär geführter Unternehmen stehen:

  • Menschenwürde (Menschenrechte, Gleichstellung, Wertschätzung, Ethik)
  • Solidarität (Kooperation, Arbeitsverteilung, Wissensteilung, Gemeinwesen)
  • Ökologische Nachhaltigkeit (Beschaffung, Ressourcen, Gestaltung Prozesse, Produkte und Dienstleistungen, Bewusstsein schaffen)
  • Soziale Gerechtigkeit (Einkommensverteilung, gesellschaftliche Wirkung)
  • Demokratische Mitbestimmung und Transparenz (innerbetrieblich, Erhöhung des Branchenstandards, Einbeziehen der Zivilgesellschaft)

Das wirtschaftliche Herzstück der GWÖ ist die Gemeinwohl-Bilanz. Diese stellt oben genannte Werte in den Mittelpunkt und geht in ihrer Betrachtung weit über eine übliche Finanzbilanz hinaus. Sie anerkennt Wirtschaftsakteure dafür, dass sie sich human, kooperativ, solidarisch, ökologisch und demokratisch verhalten und organisieren.

Sie macht die Werte der Gesellschaft zu den Werten der Wirtschaft.

 

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Georg Willeit

NGO-Manager und CSR-Fachmann und begeisterter Botschafter der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung; studierter Germanist und Pädagoge, derzeit Geschäftsführer eines großen Sozialunternehmens in Tirol, das im Jahr 2013 erstmals die Gemeinwohl-Bilanz umgesetzt hat; langjährige Erfahrungen als Manager einer Kinderhilfsorganisation und im internationalen CSR Beratungskontext

Wenn eines der weltweit größten Unternehmen über Jahre Millionen von teuren und komplexen Produkten herstellt und verkauft, von denen die Unternehmensleitung weiß, dass sie nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, obwohl das Unternehmen in all den Jahren Millionen Euro in Compliance-Systeme steckte, deren Modernität und Tauglichkeit wiederum für Millionen Euro von renommierten Beratern bestätigt worden war, liegt da der Gedanke fern, Compliance als zwecklos teurere Erfindung cleverer Berater einzustufen?

Allenfalls spricht man der Compliance den Zweck zu, gegen wild ermittelnde Staatsanwälte formalen Schutz zu bieten. Denn wenn man keine Compliance aufgebaut habe, dann sei man ja praktisch immer schuldig.

Ob das stimmt, diskutieren mit Ihnen ein Oberstaatsanwalt der größten deutschen, ja eigentlich europäischen Strafverfolgungsbehörde und ein Rechtsanwalt, der an vielen großen sog. Compliance-Fällen beteiligt war.

 

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Prof. Dr. jur. habil.
Katharina Uffmann

Inhaberin des WIFU-Stiftungslehrstuhls für Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht und Recht der Familienunternehmen, Universität Witten/Herdecke

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Thomas Schwarz

geboren am 7. November 1957 in Berlin; Oberstaatsanwalt Schwarz absolvierte beide juristischen Staatsexamina mit Schwerpunkten im Wirtschafts- und Kartellrecht in Berlin. Nach mehreren Stationen bei der Staatsanwaltschaft und Generalstaatsanwaltschaft Berlin leitet er seit November 2010 die wirtschaftsstrafrechtliche Hauptabteilung der Staatsanwaltschaft Berlin.

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Hans-Peter Huber

geboren 1954, verheiratet, fünf Kinder, wohnhaft in Berlin; Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in München Tätigkeit in der bayerischen Justiz als Richter, Staatsanwalt und Ministerialbeamter (1980–1990); nach der Wiedervereinigung erster Leiter der Abteilung Strafrecht im neu gegründeten Justizministerium des Freistaats Thüringen (1990–1992); anschließend Cheflektor des Verlags C.H.Beck in München; ab 2000 Partner der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft AG in Berlin und Leiter der Zentralen Rechtsabteilung (General Counsel); seit Oktober 2012 als Rechtsanwalt tätig auf dem Gebiet des Wirtschaftsstrafrechts, der Compliance und der Unternehmenssicherheit (Kanzlei Danckert-Huber-Bärlein); seit 1988 stellv. Vorsitzender im Stiftungsrat der Fritz Bender Stiftung in München (Förderung der Immunforschung)

Unternehmerische Entscheidungen sollten vom Markt und nicht von steuerlichen Rahmenbedingungen bestimmt werden. Dies gilt sowohl für Entscheidungen im operativen Tagesgeschäft als auch für die Entscheidung, wann und in welcher Art und Weise die Unternehmensnachfolge auf Gesellschafterseite eingeleitet wird. Die Praxis belegt jedoch anderes: Bei einer Vielzahl von operativen Entscheidungen stehen steuerliche Erwägungen im Vordergrund. Dies wird sich auf der Basis des neuen Schenkungs- und Erbschaftsteuerrechts auch im Hinblick auf die Übertragung von Gesellschaftsanteilen an die nächste Generation noch verstärken.

Der Workshop zeigt zunächst den gegenwärtigen Stand des neuen Schenkungs- und Erbschaftsteuerrechtes auf. Gleichzeitig gibt er einen Überblick über die zivilrechtlichen Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge von der Vorwegnahme der Erbfolge über Nießbrauchsgestaltungen bis hin zur „schlichten“ Übertragung von Gesellschaftsanteilen im Todesfall. Der Workshop zeigt daneben Möglichkeiten auf, wie sich das neue Schenkungs- und Erbschaftsteuerrecht „unternehmensschonend“ umsetzen lässt.

 

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Prof. Rainer Kirchdörfer
(WIFU-Träger)

ist seit über 20 Jahren in der Betreuung großer deutscher Familienunternehmen tätig. Dabei liegt sein Beratungsschwerpunkt auf steuerrechtlichen und zivilrechtlichen Fragen im Grenzbereich zwischen Familie und Familienunternehmen. Er ist Honorarprofessor an der Universität Witten/Herdecke, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Mitglied in einer Vielzahl von Aufsichtsräten deutscher Familienunternehmen. Ferner ist er verantwortlicher Herausgeber der Zeitschrift für Familienunternehmen und Stiftungen.

„Sei am Tage mit Lust bei den Geschäften, aber mache nur solche, daß du des Nachts ruhig schlafen kannst.“ Was ist so schwierig zu verstehen am Motto des alten Buddenbrock? Oder ist es so, dass der Mensch schwach ist, basta?

Haben wir uns als Gesellschaft weiterentwickelt und ist jetzt „The business of business is business“ das neue Mantra? Ein verselbstständigter, sich selbst perpetuierender Mechanismus, dem die Sinnfrage fremd ist und der im „busy“ sein seine Rechtfertigung erschöpft? Die Kapitulation des „Know-why“ vor dem „Know-how“?

Die Wirtschaft soll wieder dienen, sagt man, aber wem? Und wie? Und vor allem: Wieso? Reicht es, Kopierpapier zu kaufen, das die Nachhaltigkeitsstandards von Babynahrung erfüllt, oder steckt mehr dahinter?

Bedeutet, mein Unternehmen nachhaltig zu positionieren, zwangsläufig, auf Profite zu verzichten? Kann ich meine Wertschöpfungsketten lateral denken, sodass ich ohne Aufgabe meiner Kernkompetenzen ein neues, nachhaltigeres Geschäftsmodell entwerfen kann?

Diesen Fragen werden wir nachgehen und das hoffentlich ohne die Floskeln der Beratungsindustrie zu strapazieren!

 

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Rainer Voss

geboren 1959, studierte nach humanistischem Gymnasium und Banklehre an der Universität zu Köln Volkswirtschaftslehre; von 1986 bis 2008 war er in unterschiedlichen Leitungsfunktionen bei verschiedenen europäischen Investmentbanken tätig. Sein Tätigkeitsbereich lag dabei vor allem auf dem Gebiet der institutionellen Platzierung und dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren. Von 2012 bis 2013 drehte er mit dem bekannten Filmemacher Marc Bauder einen Dokumentarfilm namens „Master of the Universe“, der anhand der Vita von Rainer Voss die Entfremdung eines Individuums durch die Arbeit in einem moralfreien System thematisiert. Der Film gewann 2013 den Kritikerpreis beim Festival in Locarno und den Europäischen Filmpreis in der Kategorie „Dokumentation“ im Jahr 2014.

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Dr. Martin Peter Hüttermann

Nach Jurastudium, Promotion in den USA und zweitem Examen arbeitete er als Vorstandsassistent bei Gruner+Jahr. Dann war er Rechtsanwalt bei Baker & McKenzie und führte später zwei internationale Familienunternehmen. Heute ist er Partner von Ebner Stolz mit dem Schwerpunkt M&A.

Viele unternehmerisch orientierte Familien fühlen sich verpflichtet, das geerbte oder geschaffene Eigentum zum Nutzen der nachfolgenden Generationen und der Allgemeinheit zu erhalten. Das gelingt jedoch nur selten. Ein Beispiel: Cornelius Vanderbilt starb 1877 als einer der reichsten Menschen der Welt. Hundert Jahre später trafen sich über hundert seiner Nachfahren auf einem Familientag. Keiner von ihnen war Millionär.

Die nachhaltige Pflege von Eigentum und der Zusammenhalt der Familie sind besondere Herausforderungen. Um sie zu meistern, schaffen immer mehr Familien eine eigene Organisationsstruktur – sogenannte Family Offices – oder schließen sich einer solchen an.

In diesem Workshop geht es um:

  • Kennenlernen der verschiedenen Ausprägungen von Family Offices, der idealtypischen Organisation und der wichtigen Punkte, die beim Aufsetzen zu berücksichtigen sind
  • Beleuchten der Hintergründe und der Motivation für den Aufbau eines eigenen Family Offices sowie der Umsetzung anhand des Praxisbeispiels Vossloh Family Office

Im Workshop erhalten Sie Impulse zur Organisation und Steuerung eines eigenen Family Offices. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Organisationsformen werden deutlich gemacht.

 

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Wolfram von Braunschweig
(WIFU-Träger)

unterrichtet seit 2010 als Lehrbeauftragter an der Universität Witten/Herdecke zum Thema „Vermögensmanagement in Familienunternehmen“; hauptberuflich ist er seit 2005 bei der Pictet-Gruppe in Frankfurt tätig und berät Unternehmerfamilien und Family Offices bei der Verwaltung ihres Vermögens. Er hat Volkswirtschaftslehre und Geschichte an den Universitäten Heidelberg und Freiburg/Brsg. studiert und einen MBA- Abschluss vom INSEAD, Fontainebleau.

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Anne K. Traub

Die Urenkelin des Firmengründers der Vossloh AG moderierte als Geschäftsführerin der Familiengemeinschaft den Entscheidungsprozess der über 100-köpfigen Gründerfamilie zur Veräußerung fast aller Familienaktien. Anschließend leitete sie die erfolgreiche Transformation zur Investorenfamilie ein. Derzeit beschäftigt sie sich parallel im Masterstudium Family Business Management (Universität Witten/Herdecke) u. a. mit langfristigen Auswirkungen familienstrategischer Entscheidungen und reflektiert auch die eigene Familienunternehmensgeschichte.

„Wer keinen Kurs gesetzt hat, weiß nicht, ob der aktuelle Wind günstig weht“, lautet ein altes Sprichwort unter Seglern. Angewendet auf die Familie des Familienunternehmens wäre dies in etwa zu übersetzen in:

Dass ein Unternehmen über eine klare Zukunftsidee und eine daraus abgeleitete Strategie verfügt, wird mithin als zentrale Überlebensbedingung in Zeiten eines globalen Wettbewerbs vorausgesetzt. Wie ist dies auf Seiten der Gesellschafterfamilie? Reicht es aus, auf den Konsenswillen der Familienmitglieder zu vertrauen? Ist es hilfreich, die Entscheidungsmuster der Vorgängergenerationen unreflektiert zu übernehmen, weil diese sich ja „bewährt“ haben? Welcher Orientierungsrahmen soll bei Entscheidungen gelten, die sowohl Firma als auch Familie betreffen?

Die Entwicklung einer Familienstrategie der Gesellschafterfamilie kann als ein (Selbst-)Coaching- oder Lernprozess für die beteiligten Familienmitglieder verstanden werden. Anhand der jüngeren Geschichte des 270 Jahre alten Familienunternehmens J.D. Neuhaus werden Herausforderungen, Inhalte und Vorgehen bei der Erarbeitung einer Familienstrategie vorgestellt. Die Workshopteilnehmer erhalten dabei Einblicke in den selbst auferlegten Veränderungsprozess der Familienmitglieder, in den mehrere Generationen eingebunden wurden.

 

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Dipl.-Bw. Wilfried Neuhaus-Galladé
(WIFU-Träger)

ist seit 1995 geschäftsführender Gesellschafter der J.D. Neuhaus GmbH & Co. KG und in der siebten Familiengeneration in der Führung des Unternehmens. Die 1745 gegründete J.D. Neuhaus GmbH & Co. KG wurde bisher immer durch mindestens ein Familienmitglied geleitet und ist weltweiter Technologieführer im Segment pneumatischer und hydraulischer Hebezeuge.

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Prof. Dr. Tom A. Rüsen

ist Geschäftsführender Direktor des Wittener Institutes für Familienunternehmen (WIFU) der Privaten Universität Witten/Herdecke. Gleichzeitig leitet er die gemeinnützige WIFU-Stiftung als geschäftsführender Vorstand. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie seiner Publikationen beinhalten die Untersuchung von Konflikt- und Krisendynamiken, des strukturellen Risikos von Familienunternehmen, Programme zur Entwicklung von Gesellschafterkompetenz, Mentaler Modelle in Unternehmerfamilien sowie von Familienstrategien und deren generationsübergreifender Evolution. Er begleitet und unterstützt zudem Familienunternehmen und Unternehmerfamilien bei der Entwicklung praxisnaher Lösungskonzepte im Rahmen von Nachfolgeprozessen, Konflikt- und Krisensituationen sowie bei der Entwicklung von Familienstrategien und der Implementierung von Familienmanagement-Systemen.

Geraten Familienunternehmen in krisenhafte Situationen, ist immer auch die Familie (und ihr Vermögen) betroffen. Parallel zur Krise im Unternehmen, die im schlechtesten Falle in der Insolvenz oder einen Verkauf mündet – im besten Falle in einer geglückten Sanierung, durchläuft auch die Familie eine ihr ganz eigene Art der Krise. Beide Krisen bedingen und nähren sich gegenseitig. Neben massiven emotionalen Kollateralschäden in der Familie, die mitunter bis zum endgültigen Bruch führen können, spielt das gemeinsame Familienvermögen in Krisenzeiten eine besondere Rolle.

Gesellschafter sehen sich mit Fragen konfrontiert, weiteres Familienvermögen zum Überleben des Unternehmens einzusetzen oder aber dieses zum Wohle der Familie zu sichern. Nicht selten kommt es zudem zu Forderungen an die Finanzpartner, frisches Geld zuzuschießen. Wirkt familiäres Eigentum also per se hilfreich bei der Bewältigung einer Unternehmenskrise und ab wann wird gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen?

Anhand einer realen Fallstudie werden im Workshop diese und weitere Fragen diskutiert und konkrete „Lessons Learned“ abgeleitet.

 

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Dr. Steffen Großmann

bekleidet eine Professur für General Management an der Hochschule Fresenius/Hamburg. Nach seinem Studium der Ökonomie war er u. a. in der Sanierungs- und Restrukturierungsbranche tätig. Schwerpunkte seiner Forschungs-, Lehr- und Beratungstätigkeiten liegen in der Untersuchung krisen- und konfliktbetroffener Familienunternehmen sowie der praxisnahen Entwicklung präventiver und kurativer Konfliktlösungskonzepte für die Mitglieder von Familienunternehmen.

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Konrad Fröhlich

ist Managing Partner der Struktur Management Partner GmbH, Köln. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft hat er sich zunächst für Managementaufgaben im Mittelstand entschieden, bevor er 1998 in die Beratung wechselte. Er verfügt inzwischen über die Erfahrung aus ca. 80 Projekten. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Restrukturierung und Finanzierung von zumeist familiengeführten mittelständischen Unternehmen. In diesem Zusammenhang erarbeitet er Lösungskonzepte für Unternehmen in Krisensituationen und unterstützt deren Umsetzung.

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Dr. C. Hendrik Classen

ist seit 1995 u. a. Geschäftsführer des IT-Unternehmens Classen-Convertronics GmbH. In der dritten Generation wurde er im Jahr 2002 PhG der Classen-Holding KG und 2003, in einer existenziellen Krisensituation, alleiniger Geschäftsführer aller operativen Gesellschaften der Unternehmensgruppe. Sämtliche Geschäftsbereiche wurden in den folgenden vier Jahren unter seiner Verantwortung restrukturiert und an familienfremde Rechtsträger veräußert bzw. liquidiert.

Matthäus Niewodniczanski und Hans Freudenberg erörtern die Aspekte von Eigentum und Verantwortung aus unterschiedlichen Blickwinkeln: dem eines langfristig denkenden Familienunternehmens und dem eines deutschen mittelständischen Private Equity Fonds. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten geben einen spannenden Einblick in beide Welten und darüber, was man voneinander lernen kann.

 

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Matthäus Niewodniczanski

Geschäftsführer der Bitburger Holding GmbH; Matthäus Niewodniczanski ist seit 1995 im Bitburger Familienunternehmen in verschiedenen Funktionen tätig; seit 2001 Geschäftsführer der Bitburger Holding. Das Familienunternehmen ist seit 1817 im Eigentum der Familie Simon und einer gemeinnützigen Stiftung. Neben dem Kerngeschäft „Bier“ ist die Holding auch an weiteren Unternehmen langfristig beteiligt.

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Hans Freudenberg

Partner, Findos Investor; Hans Freudenberg hat nach zehn Jahren Tätigkeit bei Arthur Andersen und Bain Capital gemeinsam mit zwei Partnern Findos Investor gegründet. Findos Investor ist eine Beteiligungsgesellschaft, an der ausschließlich Familienunternehmen, wie z. B. die Freudenberg Gruppe, Wilh. Werhahn KG oder die Bitburger Holding, beteiligt sind. Findos investiert in gesunde, wachsende mittelständische Unternehmen, um diese unternehmerisch weiterzuentwickeln.

Familienexterne Manager bringen nicht nur mehr „Manpower“ und zusätzliches Know-how in die Geschäftsführung von Familienunternehmen ein. Sie vertreten auch neue, familienfremde Sichtweisen und Positionen. Geschäftsführer aus der Familie und externe Topmanager können sich so hervorragend ergänzen – leider aber auch gegenseitig behindern.

Externe Manager sehen sich nicht nur mit der Unternehmenslogik, sondern auch mit der Familienlogik der Inhaberfamilie konfrontiert und müssen oft eine Mittlerrolle zwischen beiden Systemen übernehmen. Familiengesellschafter wiederum müssen lernen, externe Manager als Partner „auf Augenhöhe“ an unternehmerischen Entscheidungen partizipieren zu lassen, ohne diesen blind zu vertrauen.

Der Workshop geht der Frage nach, wie eine gemischte Geschäftsführung am Beispiel der Reederei Hartmann aus dem ostfriesischen Leer zu einer strategischen Ressource für das Familienunternehmen werden kann. Auf Grundlage dieser Ausführungen sowie Ergebnissen einer aktuellen Studie des WIFU sollen gemeinsam mit den Teilnehmern strategische Erfolgsfaktoren einer gemischten Geschäftsführung erarbeitet werden. Ziel ist es, Einblicke in gelungene und gescheiterte Beispiele zu gewähren und vor allem konkrete Gestaltungsempfehlungen abzuleiten.

 

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Prof. Dr. Marcel Hülsbeck

Ist Inhaber des Lehrstuhls für Personal und Organisation in Familienunternehmen am WIFU. In seiner Forschung befasst er sich mit der Corporate Governance von Familienunternehmen, der Unternehmensnachfolge sowie Human-Resource-Management-Praktiken von Familienunternehmen. Im Rahmen des Praxistransfers unterstützt er Unternehmer, Unternehmen und Nachfolger in den o. g. Gebieten.

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Michael Hoppe

ist seit 2006 bei der Hartmann-Gruppe, einem der weltgrößten Schifffahrtsunternehmen. Die Hartmann AG mit Sitz im ostfriesischen Leer deckt gemeinsam mit den übrigen Unternehmen der Gruppe die gesamte Wertschöpfungskette der Seeschifffahrt ab. Diese erstreckt sich von der Finanzierung und dem Eigentum an den Schiffen über die Bereederung und Befrachtung bis hin zur Ausbildung und Qualifizierung von Seeleuten sowie weiteren maritimen Dienstleistungen. Im Februar 2007 wird Hoppe CFO des Familienunternehmens. Seit 2011 ist er nebenberuflich als Dozent an der Frankfurt School of Finance & Management tätig.

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Dr. Thomas Ull

ist Wirtschaftsprüfer bei der PricewaterhouseCoopers AG und Leiter des Geschäftsbereiches Familienunternehmen und Mittelstand für PwC im Nordwesten mit den Standorten Bremen und Oldenburg. Er ist als Familienunternehmerversteher mit der generationenübergreifenden Qualifizierung, Vernetzung und inhaberstrategischen Beratung von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien bestens vertraut.

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass bei nur ca. einem Drittel der deutschen Familienunternehmen professionell strukturierte und arbeitende Governance-Gremien vorhanden sind. 5 Trends zeigen auf, wie wichtig es zukünftig sein wird, den vorhandenen Governance-Gremien bedeutend mehr Aufmerksamkeit zu schenken bzw. sie zu installieren. Erkenntnisse aus der Arbeit der Family Board Academy und zweier erfahrener Aufsichtsrats- bzw. Beiratsvorsitzender versprechen eine spannende Diskussion für die Teilnehmer des Workshops.

 

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Martin Wentzler (WIFU-Träger)

Rechtsanwalt und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Freudenberg und Co. sowie seit Juli 2014 Vorsitzender des Gesellschafterausschusses und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Freudenberg SE.

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Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel

Theologe, Philosoph und Sozialwissenschaftler; er hält eine außerplanmäßige Professur an der Universität Regensburg, ist Vorsitzender des Beirates der Linhardt GmbH & Co. KG. und begleitet mehrere Aufsichtsrat- und Beiratsmandate sowie Ehrenämter.

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Dr. Jörg K. Ritter

Partner und Global Co-Leader „Family Business Advisory” bei der Unternehmensberatung Egon Zehnder und Vorsitzender des Vorstandes der Family Board Academy e. V.:
www.familyboardacademy.de
Darüber hinaus ist er Professor für Personalmanagement an der Quadriga Hochschule Berlin.

Es ist einfach, gemeinsam zu besitzen, was teilbar ist. Außer man ist eine Familie. Barvermögen lässt sich verteilen, Aktienpakete lassen sich aufschnüren und selbst wo man gemeinsam Immobilien besitzt, kann man Miteigentümer mit Geld dazu bringen, ihrer Wege zu gehen. Doch Familien lassen sich schwer zerteilen. Und wenn es doch passiert, dann selten ohne Verletzungen und Kränkungen. Mit Familien ist auch das leicht zu Teilende nur schwer zu teilen. Die Kunst liegt also darin, gemeinsam lange zu besitzen und im Krisenfalle das eine trennen zu können, ohne das andere zu zerbrechen. Der Workshop „Gemeinschaftseigentum und Großfamilien“ beschäftigt sich mit den typischen Konfliktfeldern von Familieneigentum, ganz gleich ob es sich um Firmenanteile, Aussichten auf Karrierechancen oder ein gemeinsames Stammhaus handelt. Diskutiert werden Routinen, Verabredungen und juristische Regelungen, mit denen sich erreichen lässt, was Großfamilien am dringendsten brauchen: Stabilität, Verlässlichkeit und wenn nötig Trennung ohne großen Schmerz.

 

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Dr. David Klett (WIFU-Träger)

ist Geschäftsführer einer der vier Sparten der Klett Gruppe und verantwortet eine Reihe von Fachverlagen, die sich auf pädagogische Fachzielgruppen spezialisiert haben. Klett studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke und promovierte im Fach Soziologie.

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Dr. Hans Holger Dehmer

ist Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Seit 2002 ist er Partner der Kanzlei Dehmer & Partner. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der rechtlichen und steuerlichen Beratung großer Familienunternehmen. Er ist Mitglied in Aufsichtsräten und Beiräten nationaler und internationaler Unternehmen, darüber hinaus Referent und Buchautor der führenden Fachverlage.

C

SA, 13.02.2016
11.00 bis 13.00 Uhr

Vor etwa fünf Jahren wurde die Geschäftsführung eines mittelständischen Familienbetriebes von der zweiten Inhabergeneration an einen angestellten Geschäftsführer aus dem Kreis der eigenen langjährigen Führungskräfte, Rainer Altendeitering, übergeben. Dieser stand nun vor der Aufgabe, sich zum einen als Nicht-Familienmitglied im Unternehmen zu positionieren und zum anderen einen Kulturwechsel von der „hierarchischen Alleinentscheidung“ zum Aufbau eines „echten Führungsteams“ zu gestalten, als Umsetzung der Verantwortung, das Unternehmen fit zu machen für die Herausforderungen der Gegenwart. Denn in diesen Zeiten der beschleunigten Veränderung ist der Wandel von Unstetigkeit, Ungewissheit, Mehrdeutigkeit, also letztlich hoher Unsicherheit geprägt. Auf diese Gegebenheiten müssen Organisationen mit schnellen, hochwertigen Entscheidungen antworten können.

Um sich dahingehend zukunftsfähig aufzustellen, brauchen Unternehmen u. a. eine Führungskultur, die sich durch vertrauensvolle, kooperative und wertschätzende Führungsarbeit auszeichnet. Und es braucht echte Führungsteams, die sich auf hohem Niveau auseinandersetzen können und in dem Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für das Unternehmen in eine abgestimmte Richtung gehen.

An diesen Themen haben Ulla Domke und Martin Granica gemeinsam mit der Geschäftsleitung und sämtlichen Führungskräften (insg. 20) über mehrere Monate hinweg gearbeitet. Sie initiierten eine sanfte Transformation, die bisher schlummernde Energien und Potenziale freisetzte und die es selbst den alteingesessenen Führungskräften erstaunlich leicht machte, diesen Weg mitzugehen.

In diesem Workshop stellen wir die konzeptionellen Elemente dieses Prozesses und ihre konkrete Umsetzung vor und laden Sie ein zur Diskussion über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten solcher Art Führungskultur-Transformationen.

 

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Rainer Altendeitering

wurde 2010 Geschäftsführer der Niggemann Food Frischemarkt GmbH, ein Bochumer Familienunternehmen mit rund 230 Beschäftigten und damals sehr statischen Strukturen und traditioneller Organisation. In einem zunehmend dynamischen Marktumfeld strebt er eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weitreichende Veränderung der bestehenden Strukturen zur Umsetzung neuer Strategien, Systeme, Prozesse und Verhaltensweisen an.

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Dr. Ulla Domke

ist Vorstand der awisu Forschungsgenossenschaft eG, die gemeinsam mit mittelständischen Unternehmern zum Thema „zeitgemäße Gestaltung von Zusammenarbeit“ lernt und forscht. Seit 18 Jahren berät sie selbstständig in der prometha Organisationsberatung. Die Arbeitsschwerpunkte der promovierten Soziologin sind: Führung und Gestaltung von Zusammenarbeit, Kommunikation und Zusammenarbeit auf Führungsebene, Initiierung und Begleitung von Veränderungsprozessen und Moderation.

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J. Martin Granica

ist ebenfalls Vorstand der awisu Forschungsgenossenschaft und Berater zu den Themen Führung und Gestaltung von Zusammenarbeit, Unternehmenskultur und Entrepreneurship in der prometha Organisationsberatung. Der studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler war wiss. Mitarbeiter im Bereich Unternehmensführung der IHK Berlin, Projektleiter in der Beratung zur Unternehmenskommunikation und zwölf Jahre geschäftsführender Inhaber eines mittelständischen Familienunternehmens im Großhandel.

In Gesellschaft und Wirtschaft bahnen sich Änderungen an, die unter dem Stichwort „sharing economy“ behandelt werden. Damit ist ein Trend gemeint: statt Produkte zu kaufen, nur noch ihre Nutzung zu mieten. Das hat Auswirkungen auf die Organisation von Unternehmen, die ja Eigentümer der Produkte bleiben. Neben Rechtsfragen (Haftung) stellen sich vor allem Fragen nach neuen „Vertriebs-“ und Rücknahmeorganisationen. Auch ändert sich das Verständnis von „Nachfrage nach Produkten“: statt Produkte Leistungen/Services (zudem im Rahmen der digital economy).

Welche Anforderungen kommen auf die Unternehmen zu? Für Familienunternehmen stellt sich noch eine ganz andere Frage, wenn die Führung des Unternehmens nicht mehr in der Hand der Familie bleibt (Nachfolgerproblem). Damit sind nicht nur Themen wie Stiftung, Treuhandformate etc. gemeint, sondern generell Fragen der Trennung von Eigentum und Besitz. Die Familie behält die Firma, „verleiht“ aber an ein Management, das die Firma „besitzt“. Welche Formen einer sharing economy treten hier möglicherweise auf? Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet man die Zukunft der Familienunternehmen selten, was vor allem dann von Bedeutung wird, wenn die Dynamik des Wettbewerbs schnelle strategische Änderungen erfordert. Welche „Rechte“ hat das (Fremd-)Management gegenüber dem Eigentümer? Welche Governance-Formen werden benötigt?

 

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Prof. Dr. Birger P. Priddat

geb. 1950; Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaft und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke; seit 1991 besetzt er einen Lehrstuhl an der Universität Witten/Herdecke, zwischendurch an der Zeppelin Universität Friedrichshafen (Mitgründer). Seit 2007 arbeitet er wieder in Witten/Herdecke. Forschungen: Institutionenökonomie, Zukunft der Arbeit, Wirtschaftsphilosophie

Aus ehemals nur exportierenden Familienunternehmen sind durch die Verlegung großer Teile der Wertschöpfung in das Absatzland echte multinationale Organisationen entstanden. Neben den Unternehmen werden aber zunehmend auch die Unternehmerfamilien internationaler: Man heiratet ausländische Staatsangehörige, man heiratet im Ausland, man lebt im Ausland oder man heiratet ausländische Staatsangehörige im Ausland und lebt auch dort. In steuerrechtlicher, familienrechtlicher und gesellschaftsrechtlicher Hinsicht unproblematisch sind Familienkonstellationen nur, wenn es sich um eine rein deutsche Unternehmerehe handelt, die Kinder und Schwiegerkinder deutsche Staatsangehörige sind, alle in Deutschland leben, auch hier bleiben, man nur Vermögen in Deutschland besitzt und auch in Deutschland verstirbt.

Unternehmerfamilien mit „Auslandsbezug“ werfen komplizierte Fragen auf, welche – wenn sie nicht sorgfältig bedacht werden – große Probleme für die Familie und das Familienunternehmen bereiten.

Der Workshop befasst sich mit solchen Fragen und bietet Lösungen an.

 

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Prof. Rainer Kirchdörfer
(WIFU-Träger)

ist seit über 20 Jahren in der Betreuung großer deutscher Familienunternehmen tätig. Dabei liegt sein Beratungsschwerpunkt auf steuerrechtlichen und zivilrechtlichen Fragen im Grenzbereich zwischen Familie und Familienunternehmen. Er ist Honorarprofessor an der Universität Witten/Herdecke, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Mitglied in einer Vielzahl von Aufsichtsräten deutscher Familienunternehmen. Ferner ist er verantwortlicher Herausgeber der Zeitschrift für Familienunternehmen und Stiftungen.

Aktuelle Untersuchungen zeigen eindeutig, dass die Anzahl nicht im Unternehmen aktiv tätiger Gesellschafter zunimmt. Während die operative Nachfolge zunehmend über familienexterne Manager sichergestellt wird, stellt sich in den Unternehmerfamilien oftmals die Frage, wer Verantwortung für die Gesellschafter in Aufsichts- und Kontrollgremien übernimmt. Wie kann eine Gesellschafterkompetenz entwickelt werden? Welche Inhalte und Vorgehensweisen sind hierbei ratsam?

Anhand der Entwicklungsgeschichten zweier Familienunternehmen mit unterschiedlich großem Gesellschafterkreis werden von den Referenten die hier relevanten gesellschafter- und familienstrategischen Überlegungen beleuchtet. Die Workshopteilnehmer erhalten Einblicke in Anforderungsprofile für Gesellschafter, konkrete Vorgehensweisen und familieninterne Diskussionen im Umfeld der Entwicklung von Gesellschafterkompetenzprogrammen.

 

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Erica Ruetz

war bis 1987 Verlagslektorin bei der Verlagsgruppe List-Südwest, München, und im Diogenes Verlag, Zürich. Seitdem ist sie als freie Lektorin und Übersetzerin für verschiedene Buchverlage tätig. Gemeinsam mit Jan Philipp Wuppermann ist sie Mitglied im Familienaktionärsrat der WUPPERMANN AG, Leverkusen, dessen Vorsitz sie verantwortet. Erica Ruetz ist verheiratet, Mutter einer Tochter und lebt in Berlin.

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Jan Philipp Wuppermann

Jahrgang 1968, ist Diplom-Kaufmann und Geschäftsführender Gesellschafter in der fünften Generation des Familienunternehmens BÜFA GmbH & Co. KG in Oldenburg. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die strategische Ausrichtung der BÜFA-Aktivitäten sowie die Vertretung der Gesellschafter- und Familieninteressen. Seit 2010 ist er außerdem Mitglied des Familienaktionärsrates, seit 2013 auch Mitglied des Aufsichtsrats der traditionsreichen WUPPERMANN AG, Leverkusen. Jan P. Wuppermann ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Berlin.

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Prof. Dr. Tom A. Rüsen

ist Geschäftsführender Direktor des Wittener Institutes für Familienunternehmen (WIFU) der Privaten Universität Witten/Herdecke. Gleichzeitig leitet er die gemeinnützige WIFU-Stiftung als geschäftsführender Vorstand. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie seiner Publikationen beinhalten die Untersuchung von Konflikt- und Krisendynamiken, des strukturellen Risikos von Familienunternehmen, Programme zur Entwicklung von Gesellschafterkompetenz, Mentaler Modelle in Unternehmerfamilien sowie von Familienstrategien und deren generationsübergreifender Evolution. Er begleitet und unterstützt zudem Familienunternehmen und Unternehmerfamilien bei der Entwicklung praxisnaher Lösungskonzepte im Rahmen von Nachfolgeprozessen, Konflikt- und Krisensituationen sowie bei der Entwicklung von Familienstrategien und der Implementierung von Familienmanagement-Systemen.

Der Gedanke „Eigentum verpflichtet“ und die damit verbundenen familiären, unternehmerischen und gesellschaftlichen Erwartungen spielen seit jeher eine zentrale Rolle beim Thema Nachfolge. Doch im Gegensatz zu Nachfolgen, die in den letzten 50 Jahren stattgefunden haben, stellen Unternehmensnachfolgen heute die junge Generation vor ganz neue Herausforderungen: Unternehmensführung wird anspruchsvoller, Nachfolgemuster in Familien werden komplexer, Ansprüche an die Work-Life-Balance werden höher und internationale Karrierealternativen für die Nachfolger immer interessanter.

Der aktuelle Workshop wird beleuchten, inwiefern diese veränderten Herausforderungen Nachfolgen von heute beeinflussen und welche Besonderheiten das auch für die weibliche Nachfolge birgt, denn immer öfter stellen sich Töchter trotz allem dieser Aufgabe. Anhand eines Praxisbeispiels wird in die Thematik eingeführt, bevor die Workshopteilnehmer selbst in Gruppen weitere Aspekte erarbeiten. Der Nutzen für die Teilnehmer entsteht durch Austausch mit den Referenten und den anderen Teilnehmern rund um die Nachfolge und das Familienunternehmen.

 

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Dr. Dominique Otten-Pappas

ist die zweitälteste von 14 Mitgliedern der dritten Generation der Unternehmerfamilie Otten. Nach einem Bachelorstudium in England und der Schweiz, mehreren Jahren als Projektmanagerin in einem inhabergeführten Einzelhandelsunternehmen, absolvierte sie ein MBA-Studium in den Niederlanden. Seit 2011 ist sie die Family-Managerin ihrer Großfamilie und seit Anfang 2014 Beirätin in zwei Unternehmen, an denen die Familie Otten Beteiligungen hält. Ende 2014 hat sie ihre Doktorarbeit zum Thema „Nachfolge als Karriere in Familienunternehmen“ am WIFU beendet.

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Dr. Daniela Jäkel-Wurzer

ist Expertin für die Belange von Unternehmerfamilien. Zunächst als Wissenschaftlerin, später als Beraterin hat sie zahlreiche Nachfolge- und Übergangsprozesse analysiert und begleitet. Ihr umfassendes Know-how gibt die promovierte Soziologin heute als selbstständige Beraterin und Coach weiter. Sie unterstützt Unternehmerfamilien bei der Umsetzung strategischer Prozesse, begleitet erfolgreiche Unternehmensnachfolgen und entwickelt, gemeinsam mit der Unternehmerfamilie, funktionierende Führungsteams. Als Gründungsmitglied der Initiative „generation töchter“ engagiert sie sich heute aktiv für die Förderung weiblicher Nachfolge. Im Herbst 2014 erschien ihr neues Buch „Töchter im Familienunternehmen. Wie weibliche Nachfolge gelingt und Familienunternehmen erfolgreich verändert“.

Als Unternehmer mit Anfang 50 sein Lebenswerk verkaufen? Das ist heute längst kein Einzelfall mehr. Die Unternehmensnachfolge ist in erster Linie eine Frage der eigenen Lebensplanung, des Marktumfelds und der aktuellen Unternehmenssituation. Fallen die eigenen Kinder als mögliche Nachfolger aus, gibt es viele andere Möglichkeiten auch außerhalb der eigenen Familie, beispielsweise den Verkauf an das eigene Management, an ausgewählte Mitarbeiter oder an einen Investor.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, und welche Fragen muss ich mir als Unternehmer überhaupt stellen, damit ich die für mich richtige Entscheidung treffen kann? Welche Vorbereitungen sind notwendig und wer kommt als potenzieller Käufer infrage? Worin unterscheiden sich die möglichen Investoren und welche Erwartungen haben Sie an das Unternehmen? Welchen Preis sind strategische und Finanzinvestoren bereit zu zahlen – und wie deckt sich das mit Ihren Erwartungen?

Anhand von aktuellen Fallbeispielen geben die Referenten Einblicke in die Käuferperspektive und Antworten auf die zentralen Fragen rund um Vorbereitung, Planung und Umsetzung der Unternehmensnachfolge.

 

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Oliver Rogge

Geschäftsführer VR Corporate Finance GmbH; Oliver Rogge ist seit 2013 Geschäftsführer der VR Corporate Finance GmbH. Das Beratungshaus mit Standorten in Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg begleitet mittelständische Unternehmen bei Nachfolgeregelungen, beim Unternehmensverkauf und -zukauf und berät in allen weiteren eigenkapitalrelevanten Fragestellungen. Rogge war zuvor Geschäftsführer der HSH Corporate Finance GmbH. Der Diplomkaufmann ist seit 1997 in den Bereichen Corporate Finance und M&A tätig.

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Martin Völker

Geschäftsführer VR Equitypartner GmbH;
Martin Völker ist seit 2012 Geschäftsführer der VR Equitypartner GmbH, einem der führenden Eigenkapitalfinanzierer in der DACH-Region. Das Unternehmen bietet sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen sowie Mezzaninekapital an. Zu den Beteiligungsanlässen zählen Unternehmensnachfolgen, Gesellschafterwechsel und Wachstumsfinanzierungen. Vorher war Herr Völker u. a. als Investmentmanager und später dann als Geschäftsführer der WGZ Initiativkapital aktiv, die 2013 mit der DZ Equity Partner zur VR Equitypartner verschmolzen wurde.

Jederzeit verfügbare Informationen, eine Always-on-Gesellschaft, neue Wertschöpfungsketten: Die Digitalisierung verändert die familiäre, gesellschaftliche und unternehmerische Realität in einer bisher nicht bekannten Radikalität und Schnelligkeit. Der durch die digitale Revolution ausgelöste Innovationsschub ermöglicht überdurchschnittliches Wachstum, gefährdet aber gleichzeitig auch traditionelle Geschäftsmodelle. Nicht zuletzt in Bezug auf Daten- und Informationssicherheit liegen Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts heute näher beieinander als je zuvor.

Um den Kundenbedürfnissen langfristig gerecht zu werden und den Anschluss an die Wettbewerber nicht zu verlieren, müssen auch Familienunternehmen reagieren – mit Blick auf Familie und Unternehmen! Denn die Fragen sind vielfältig: Wie passen Mehrgenerationsunternehmen und Digitalisierung zusammen? Wie beeinflusst die Digitalisierung Branchen, Geschäftsmodelle oder Unternehmensstrategie? Wie gehen „Jung und Alt“ damit um? Und was heißt das für die Family Governance?

In unserem Workshop diskutieren und erarbeiten wir mit den Teilnehmern anhand von Erfahrungen und Beispielen aus der Praxis eine gemeinsame Vorstellung zur Differenzierung unterschiedlicher Ausprägungen und Phasen der Digitalisierung. So wird ein differenzierter Blick auf dieses vielschichtige Thema und seine Wirkung auf Familie und Unternehmen möglich. Die Vertiefung ausgewählter Aspekte erfolgt an einem Fallbeispiel aus dem Hause Vaillant.

 

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Dr. Hubertus W. Labes

Mitglied Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat der Vaillant Group; Dr. Hubertus W. Labes ist Vorstandsvorsitzender der Hamburger Internationale Rückversicherung AG (HIR). Er ist seit 1993 als Rechtsanwalt zugelassen, mit Spezialisierung im Bereich internationales Schiedsrecht und alternative Streitbeilegung. Als Autor und Herausgeber hat er zahlreiche Bücher zu Rückversicherungsthemen und der Entwicklungen der internationalen Streitbeilegung veröffentlicht und tritt regelmäßig auch als Sprecher zu Themen aus diesen Bereichen auf. Seit 2011 ist er Mitglied des Gesellschafterausschusses sowie des Aufsichtsrates der Vaillant Group.

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Dr. Peter Bartels

ist seit Juli 2010 Mitglied des Vorstands von PwC Deutschland und leitet den Geschäftsbereich „Familienunternehmen und Mittelstand“. Vor seiner Ernennung zum Vorstand war er Leiter des Geschäftsbereichs „Valuation & Strategy“. Peter Bartels verfügt über 23 Jahre Berufserfahrung im Bereich der Jahresabschlussprüfung und Transaktionsberatung, davon insbesondere die integrierte Prüfung und Beratung (häufig börsennotierter) eigentümergeführter Unternehmen und Unternehmergruppen. Peter Bartels ist Mitglied des Beirats „UnternehmerPerspektiven“ der Commerzbank sowie des Kuratoriums des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer.

Eigentum verpflichtet – insbesondere gegenüber den eigenen Mitarbeitern!

Der angelsächsische Standard „Investors in People“ (IIP) ist ein Qualitätsmanagementsystem, das auf Grundlage von Personalentwicklungskonzepten zu einer Weiterentwicklung der gesamten Organisation führen soll. Finalziel ist eine nachhaltige Unternehmensführung. Wie der Name des Konzepts bereits vermuten lässt, stellt der Ansatz den Mitarbeiter als Menschen in den Mittelpunkt. Er geht aus von der Verpflichtung der Eigentümer und der Unternehmensführung gegenüber deren Mitarbeiter.

Die BIW Isolierstoffe GmbH ist deutschlandweiter Pionier bei der Einführung des IIP-Standards im produzierenden Mittelstand. Im Rahmen der Einführung zeigte sich bald, dass aufgrund der angelsächsischen Herkunft des Systems teils deutliche Anpassungsbedarfe nötig waren. Trotz initialer Rückschläge hielt die Unternehmerfamilie unbeirrbar an der Umsetzung fest, mit Recht, wie bisherige Erfolge zeigen.

Die IIP-Einführung stellt aber nicht nur eine Selbstverpflichtung zur mitarbeiterorientierten Unternehmensführung dar, sondern ist auch ein zentrales Projekt im Rahmen der Unternehmensnachfolge.

In diesem Workshop berichten Ralf Stoffels (Senior), als Initiator des Projekts, und sein Sohn Lutz Stoffels (Junior), der die Umsetzung des IIP-Standards verantwortet, über dieses Projekt.

Dieser Workshop richtet sich einerseits an Unternehmer, die ein Konzept kennenlernen möchten, das ihnen hilft, ihre Mitarbeiterorientierung in der Unternehmensführung zu verankern. Gleichzeitig richtet es sich aber auch an Senior-Junior-Paare, die Anregungen für ein eigenes Nachfolgeprojekt suchen.

 

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Dipl. Oec. Ralf Stoffels (WIFU-Träger)

Ralf Stoffels, Jahrgang 1962, Vater zweier Kinder (1989, 1990), stieg bereits mit 24 Jahren zunächst als kaufmännischer Leiter in das mittelständische, von zwei Familien gegründete Unternehmen BIW Isolierstoffe GmbH in Ennepetal in zweiter Generation ein. Mit 28 kaufte er die zweite Familie aus und übernahm als Geschäftsführer sukzessive alle Unternehmensanteile. Nach einem konsequenten Expansions- und Internationalisierungskurs fokussiert er sich beim aktuell vorbereiteten Wechsel in die dritte Generation auf das sogenannte „Kronprinzenmodell“ für die Sicherstellung der Fortführung des mittelständischen, produzierenden Familienunternehmens, das als „Hidden Champion“ in der Liste der Weltmarktführer aus Südwestfalen aufgenommen wurde.

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Lutz Stoffels

Cand. Master Management, Jahrgang 1990, arbeitet bereits seit seinem 16. Lebensjahr neben der Schule und später studienbegleitend im Familienbetrieb BIW Isolierstoffe GmbH in Ennepetal. Nachdem sich seine Schwester, Jahrgang 1989, sehr früh gegen die Nachfolge im Familienunternehmen entschied, nahm Lutz Stoffels diese Chance wahr und richtete sein Wirtschaftsstudium an der Universität Witten/Herdecke in Richtung Nachfolge im Familienunternehmen aus. Mit Zusatzqualifikationen im Bereich Family Business Management und durch einige Praktika außerhalb des Familienunternehmens und einen kompletten Durchlauf im Familienbetrieb ist Lutz Stoffels im Oktober 2015 in die Verkaufsleitung bei der BIW eingestiegen.

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Prof. Dr. Marcel Hülsbeck

ist Inhaber des Lehrstuhls für Personal und Organisation in Familienunternehmen am WIFU. In seiner Forschung befasst er sich mit der Corporate Governance von Familienunternehmen, der Unternehmensnachfolge sowie Human-Resource-Management-Praktiken von Familienunternehmen. Im Rahmen des Praxistransfers unterstützt er Unternehmer, Unternehmen und Nachfolger in den o. g. Gebieten.

Die Europäische Aktiengesellschaft (SE) und ihre Gestaltungsvarianten als Antwort auf die Herausforderungen von Unternehmensnachfolge, Kapitalmarkt, Arbeitnehmerbeteiligung und Globalisierung.

„Eigentum verpflichtet“ Familienunternehmen zu …

  • Übergabefähigkeit des Unternehmens: Familienunternehmen bestehen über Generationen, aber jede Generation setzt eigene Akzente. Braucht man nicht eine Gesellschaftsform, die verschiedene Arten der Unternehmensleitung anbietet und eine Ebene für „Nur-Gesellschafter“ und die einen gleitenden Übergang der Leitungsmacht ermöglicht?
  • geeigneter Kapitalausstattung: Familienunternehmen weisen oft eine hohe Eigenkapitalausstattung auf. Manche tun sich aber schwer mit dem Zugang zum Kapitalmarkt. Braucht man nicht eine Gesellschaftsform, die die Leitung des Unternehmens bei der Familie belässt, aber kapitalmarktfähig ist?
  • Einbeziehung von Arbeitnehmern: Familienunternehmen profitieren von der hohen Identifikation der Arbeitnehmer mit Unternehmen und Familie. Aber bedarf es dafür starrer Grenzwerte für die Mitbestimmung? Ist nicht eine Rechtsform besser, in der die Inhaber mit Arbeitnehmern eine individuell passende Mitwirkung vereinbaren können?
  • zukunftsfester Aufstellung: Deutsche Familienunternehmen sind weltweit tätig und erfolgreich. Traditionelle Gesellschaftsformen wie die „GmbH & Co. KG“ können aber international ebenso Fragen aufwerfen wie ausländische Rechtsformen, wie die „Ltd.“, in Deutschland – Ist nicht eine Gesellschaft hilfreich, die national wie international einen guten Ruf genießt?

Die SE hat in den letzten Jahren zunehmend Bedeutung für deutsche Familienunternehmen gewonnen, weil sie gute Antworten auf diese Fragen bietet. Dies zeigt der Workshop am Beispiel der SE und weiteren konkreten Fallbeispielen. Die Besonderheiten der SE werden im Vergleich mit den traditionellen Rechtsformen des Mittelstandes herausgearbeitet und die strategischen und praktischen Entscheidungen auf dem Weg von der GmbH (& Co. KG) in die SE (& Co. KG bzw. KGaA) durchgespielt.

 

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Dr. Arnd Becker

ist Rechtsanwalt und Notar, Partner Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH Essen; seit 2013 ist Herr Dr. Becker Mitglied im Rechtsausschuss des DIHK. Herr Dr. Becker berät mittelständische und Großunternehmen in allen Fragen des Gesellschaftsrechts. Schwerpunkte seiner Tätigkeiten liegen in der Transaktionsberatung und bei der Beratung und Betreuung nationaler und internationaler Umstrukturierungen. Außerdem ist er in gesellschaftsrechtlichen Gerichtsverfahren tätig. Im Rahmen seiner notariellen Tätigkeit betreut er insbesondere mittelständische und große Unternehmen sowie deren Gesellschafter in allen Fragestellungen, die der entsprechenden Form bedürfen.

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Paul Schreiner

ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Partner Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Essen. Paul Schreiner berät Mandanten aus dem Mittelstand wie auch deutsche und ausländische Großkonzerne in allen Fragen des Arbeitsrechts. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit findet sich in Umstrukturierungs- und Restrukturierungsprojekten auf der betrieblichen Ebene sowie der gesellschaftsrechtlichen Gestaltung zur Optimierung der mitbestimmungsrechtlichen Situation in den Aufsichtsräten.

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Michael Steinkamp

ist Vorstandsmitglied der KNAUF INTERFER SE mit Sitz in Essen und hat in dieser Funktion im Jahr 2008 die Umwandlung von einer AG in eine SE gesteuert. Mit über 20 spezialisierten Unternehmen und einem Jahresabsatz von annähernd 1.000.000 t gehört die KNAUF INTERFER GRUPPE zu den führenden werksunabhängigen Distributions-, Bearbeitungs- und Serviceunternehmen für Stahl und Aluminium in Europa.

Moderation:

Prof. Dr. jur. habil.
Katharina Uffmann

Unternehmer sein ist Privileg und Verpflichtung zugleich. Ein Privileg, da man frei ist in seinen Handlungen. Eine Verpflichtung, da die Entwicklung unserer Gesellschaft massiv von Unternehmen bestimmt wird.

Mit dem Giving Pledge (deutsch: Versprechen, etwas zu geben) haben Bill Gates, Warren Buffet und zahlreiche weitere Unternehmer sich dazu verpflichtet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zur Lösung der Probleme der Welt zur Verfügung zu stellen.

In Berlin wurde jüngst der Entrepreneurs Pledge ins Leben gerufen. Fast 100 erfolgreiche Jungunternehmer haben sich zugesagt, ein Unternehmen aufzubauen, das mindestens 50 % seiner Gewinne für soziale Zwecke einsetzt.

Beides sind innovative Beispiele für das Konzept des sozialen Unternehmertums. Dieses widmet sich der Fragestellung, wie man unternehmerische Mittel einsetzen kann, um die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu lösen.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Thematik werden unternehmerische Konzepte zur Stiftung gesellschaftlichen Nutzens in Form von Best-Practice-Beispielen vorgestellt (Spenden, CSR, Stiftung, Impact Investing) und abgegrenzt.

Co-Referent Frank Kühne berichtet anschließend darüber, wie die Adalbert-Raps-Stiftung sich um eine hohe Wirksamkeit in ihren gemeinnützigen Projekten bemüht und gleichzeitig positive Effekte für das gesamte Unternehmen erzielt.

In einem abschließenden Arbeitsblock führt ein strukturierter Prozess die Teilnehmer von der Ideenfindung über Ansätze zum innerbetrieblichen Marketing bis zur Finanzierung einer eigenen Social-Business-Projektidee. Wer seine Idee weiterentwickeln will, stellt sein Konzept den anderen Teilnehmern im Rahmen eines Elevator Pitch vor.

 

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Dipl. Oec. Nils Dreyer

Nils Dreyer (37) übergab 2014 die Leitung der von ihm gegründeten Online-Agenturgruppe an das Management. In seiner neuen Firma, der Hilfswerft gGmbH, widmet er sich der Fragestellung, wie man gesellschaftliche Herausforderungen mit unternehmerischen Mitteln lösen kann. Er arbeitet primär mit Studenten, berät aber unter anderem auch Unternehmen, wie sie mit Social-Intrapreneurship-Konzepten ihre gesellschaftliche Rendite steigern können.

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Dipl. Oec. Frank Kühne (WIFU-Träger)

Frank Alexander Kühne (40) übernahm 2005 von seinem Vater die Führung des Familienunternehmens RAPS GmbH & Co. KG. 2013 folgte die Wahl in den Stiftungsvorstand der gemeinnützigen Adalbert RAPS Stiftung, die 1976 aus einem Teil der Erbmasse des Unternehmensgründers entstand. Seitdem bemüht er sich um eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit der Stiftungsprojekte und eine enge Verknüpfung zwischen Unternehmen und Stiftung.

Internationalisierung ist heutzutage ein wichtiger und meist unumgänglicher Schritt in der Entwicklung eines Unternehmens – so auch für Familienunternehmen. Einige entscheiden sich bereits früh zu diesem Schritt, oft schon in der ersten Generation. Andere brauchen deutlich länger für diese Entscheidung und widmen sich erst nach Erreichen einer gefestigten Position im Heimatmarkt internationalen Aktivitäten.

Die Forschung hat sich in den letzten Jahren dieser Thematik verstärkt angenommen und viele Faktoren gefunden, die die Internationalisierung von Familienunternehmen einerseits fördern, andererseits aber auch hinderlich sein können. Vor allem die Internationalisierung in Schwellenländer wie Indien und China hat in den letzten Jahrzehnten an Relevanz zugenommen. Die interessante Frage in diesem Zusammenhang ist, ob sich spezielle Verhaltensmuster im Internationalisierungsprozess von Familienunternehmen in Bezug auf diese Märkte finden lassen. Von spezifischem Interesse ist die Auswahl des Modi für den Markteintritt. Die Frage nach maßgeblichen Erfolgsfaktoren und den größten Herausforderungen für die Familie und das Unternehmen steht hierbei im Vordergrund. Lassen sich Best Practices aus dem beobachteten Verhalten ableiten? Inwiefern sind diese Muster von Familienunternehmen aus den betreffenden Ländern, Indien und China, beeinflusst?

Die Intention dieses Workshops ist es, durch die Präsentation einer groß angelegten Studie zu verstehen, wann und wie die Internationalisierung nach Indien und/oder China initiiert und vorangetrieben wurde, welche Faktoren das Unternehmensverhalten während dieses Prozesses beeinflusst haben und welche Ressourcen benötigt wurden, um die internationalen Aktivitäten zu fördern.

 

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Cornelius Thor

leitet die Abteilung Deutsche Unternehmen der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Köln. Zuvor war er in der DEG mit der Gründung und Leitung einer Abteilung von Corporate Finance Spezialisten betraut. Als Kundenbetreuer war er in Osteuropa, Zentralasien und Afrika tätig. Cornelius Thor ist Absolvent der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke.

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Prof. Dr. Andrea Calabrò

ist Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für ABWL und Familienunternehmertum an der Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Internationalisierung von Familienunternehmen, Corporate Governance sowie Accounting. Besonderer Fokus liegt dabei auf dem Verhalten von Individuen in verschiedenen Governance Organen, der Effektivität dieser Organe sowie formellen und informellen Governance-Mechanismen.

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Ann Sophie Löhde

Ann Sophie Löhde absolvierte ihren Doppelabschluss (Master of Science in Management und International MBA) an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar und an der University of San Diego. Ihre Schwerpunkte waren Strategie, Innovation und Unternehmertum. Am Lehrstuhl für ABWL und Familienunternehmertum arbeitet Frau Löhde als wissenschaftliche Mitarbeiterin und strebt gleichzeitig ihren Doktortitel an.

Zu gut, um wahr zu sein? Impact Investing verspricht, sowohl eine finanzielle als auch eine soziale Rendite zu erzielen. Tatsächlich ist es in Deutschland nur sehr selten so einfach.

Der Workshop begibt sich auf die Reise nach dem wirkungsvollen Einsatz von Geld entlang des gesamten Spektrums von der Spende bis zur Investition. Anhand zahlreicher Beispiele aus dem größten Netzwerk von Social Entrepreneurs und ihren Unterstützern wird deutlich, wie die Finanzierung sozialer Organisationen und Unternehmen wirklich funktioniert. Denn wie auch in der Wirtschaft sind die großen Innovationen oft noch weit von funktionierenden Märkten entfernt. Wer mit großer Wirkung investieren möchte, muss erst im eigenen Kopf die Mauer zwischen Nonprofit und Forprofit infrage stellen – und entdeckt dann, wie ein ganz neuer Blick auf das eigene Geld und seine Wirkung in der Welt entsteht.

 

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Felix Oldenburg

ist einer der Pioniere für Social Entrepreneurship, soziale Innovationen und gute Ideen von unten in Europa. Er wird aktuell zum dritten Mal auf der „40 unter 40“-Liste von Capital geführt und ist aktives Mitglied unter anderem in den Netzwerken der Baden-Badener Unternehmergespräche und der BMW Young Leaders sowie Träger des Deutschen PR-Preises 2007. Der studierte Philosoph (Bonn, Tübingen, Oxford) und Politikmanager (Georgetown) hat berufliche Erfahrungen als Internet-Unternehmer, McKinsey-Berater und Großgruppen-Moderator gesammelt, bevor er 2009 die Leitung von Ashoka Deutschland übernahm. Bei dem globalen Netzwerk von 3000 Social Entrepreneurs in 80 Ländern war er bisher unter anderem für die Gründung der Finanzierungsagentur (FASE) sowie der Programme in Österreich, der Türkei und den Niederlanden verantwortlich und hat Regierungen bei Strategien für Social Entrepreneur-
ship unterstützt. Felix Oldenburg wirkt daneben als Beirat, Mentor, Publizist und Redner bei internationalen Konferenzen und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Brüssel und Berlin.

Die Gründung von Start-ups hat in den vergangenen Jahren in Deutschland einen wahren Boom erfahren und somit wächst auch hierzulande der Bedarf an Wagniskapital. Durch TV-Formate wie „Die Höhle der Löwen“ (VOX) und „Kampf der Start-ups“ (ZDF) hat auch das Thema der Frühphasenfinanzierung durch Business Angels an Popularität gewonnen.

Doch wie kommt ein Deal zwischen Business Angel und Gründern in der Praxis zustande? Was zeichnet einen guten Angel, was ein erfolgsversprechendes Start-up aus? Was sind Erfolgskriterien und Chancen für eine Win-win Situation? Welche Risiken gibt es und wie lassen sie sich am besten managen? Diese Fragestellungen werden in diesem Workshop aus Sicht beider Seiten offen diskutiert.

Im Anschluss an die Diskussion präsentieren verschiedene Start-ups des Entrepreneurship Zentrums Witten (EZW) ihre Geschäftsvorhaben und stellen sich den Fragen der Workshopteilnehmer.

 

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Tim Kahrmann

ist Geschäftsführer des Entrepreneurship Zentrums Witten (EZW). Mit seinem Team unterstützt er gründungsinteressierte Studierende an der Universität Witten/Herdecke in der Frühphase ihrer Unternehmensgründung und bringt sie in Kontakt mit Mentoren, Partnern und Investoren.

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Jürgen Burks

verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Business- und Unternehmensplanung, Finanzierung (Business Angels, Venture Capital, Fördermittel) sowie Außenwirtschaft und war für verschiedene Business Angels Netzwerke in Deutschland tätig.

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Niko Pohlmann (WIFU-Träger)

wuchs in einem textilunternehmerischen Elternhaus auf. Nach Abitur und Wehrdienst eine Auslandsausbildung in einer New Yorker Textilproduktion für Spitzenstoffe mit Abendstudium mit Schwerpunkt Marketing. Diplomstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke mit Forschungsaufenthalt im Silicon Valley an der Haas Business School, Berkeley und Stanford. Von 2000 bis 2004 Organisationsaufbau und Vertriebsarbeit mit Börsengang an der NASDAQ des Hightechunternehmens FormFactor in Kalifornien. Leitende Einkaufsfunktionen bei Kik und Poco bis 2010. Aufbau eines eigenen Start-ups Nivo mit Schwester Mali. Seit 9 Jahren Geschäftsführer der TriPos GmbH.

Privates Unternehmertum gibt es in einer ernstzunehmenden Form in China erst seit 1978. Seither haben familiengeführte Unternehmen allerdings eine ungeheure Wachstumsdynamik hingelegt. Inzwischen wird in China bereits mehr als 60 % des Bruttosozialproduktes von diesen Unternehmen erwirtschaftet.

Viele dieser Pionierunternehmen stehen jetzt vor ihrer bisher größten Herausforderung: dem Übergang in die zweite Generation. Für diesen Generationswechsel gibt es in der chinesischen Tradition wenig Erfahrung. In diesem Workshop werden die charakteristischen Besonderheiten der chinesischen Unternehmerfamilien und der Stellenwert der Unternehmen für sie näher beleuchtet. Es wird auch um die zentralen Fragen gehen, die sich in diesen Pionierunternehmen jetzt im Übergang auf die zweite Generation stellen. Es wird darüber hinaus um die ganz spannende Rolle von Familienunternehmen in Chinas Staat, Politik und Gesellschaft gehen. Ausreichend Zeit wird letztlich auch der Frage gewidmet werden, welche Erfahrungen die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Familienunternehmen prägen und worauf es für ein Gelingen solcher Kooperationen im Besonderen ankommt.

 

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Prof. Ling Chen

promovierte 1995 an der Humboldt-Universität in Berlin und ist heute Dekan und Professor der School of Management Zhejiang University in Hangzhou, die zu den TOP-9-Elite-Unis in China gehört. Seit 2004 ist er zudem Gründungsdirektor des Institute of Family Business Research. Gemeinsam mit der UW/H forscht er zu chinesischen Familienunternehmen und war als Visiting Scholar bereits zu Gast an der UW/H.

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Prof. Dr. Rudolf Wimmer

apl. Professor am Wittener Institut für Familienunternehmen; Prof. Dr. Rudolf Wimmer ist Gründungsprofessor des Instituts und seit 2012 Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke. Seit 1988 ist er Mitbegründer der osb, Gesellschaft für systemische Organisationsberatung, und Partner der osb international AG. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat diverser Familienunternehmen und Autor zahlreicher Publikationen zu Fragen von Management und Führung sowie der Strategie- und Organisationsentwicklung.